Steuerliche Behandlung von Veräußerungsgeschäften von bitcoins und Altcoins:

Bitcoin und Steuern
Bitcoin und Steuern
Kryptowährungen sind keine gesetzlichen Zahlungsmittel. Insofern gibt es keine gesetzliche Verpflichtung zur Annahme von Kryptowährungen. Ob ein Verkäufer von Waren oder Dienstleistungen bitcoins akzeptieren will, ist eine rein privatrechtliche Frage, die der Verkäufer für sich allein beantworten kann und muss.
Für die steuerliche Behandlung von Veräußerungsgeschäften von Kryptowährungen hat dies zur Folge, dass diese als eigenständige Wirtschaftsgüter behandelt werden, deren Wert wie bei anderen Wirtschaftsgütern in Euro zu ermitteln ist
Die steuerlichen Folgen sind davon abhängig, ob die Geschäfte im privaten Bereich oder in der betrieblichen Sphäre abgewickelt werden.
Privatanleger:
Für den Privatnutzer von Kryptowährungen ist im Wesentlichen die Frage relevant, wie deren Veräußerung besteuert wird. Eine Veräußerung ist z.B. der Verkauf von bitcoins/Altcoins gegen Euro über eine Handelsplattform. Einen Veräußerungstatbestand stellt aber auch der Einsatz von Kryptowährungen als Zahlungsmittel dar, wenn also der bitcoin-Inhaber für den Erwerb von Waren oder Dienstleistungen mit bitcoins bezahlt.
In beiden Fällen liegen private Veräußerungsgeschäfte – auch noch bekannt unter der Bezeichnung „Spekulationsgeschäfte“ – im Sinne des § 31 EStG 1988 idF 1. StabG 2012 vor. Auf eine Spekulationsabsicht kommt es dabei nicht an (VwGH 30.10.1964, 1718/63). Die Berechnung des Zeitraums zwischen Anschaffung und Veräußerung erfolgt „von Tag zu Tag“. Maßgebend ist der Abschluss des Verpflichtungsgeschäftes. Bei unentgeltlich erworbenen Wirtschaftsgütern ist auf den Anschaffungszeitpunkt des Rechtsvorgängers abzustellen.
Die Einstufung als Spekulationsobjekt führt steuerlich dazu, dass Veräußerungsgewinne nach einer Haltefrist von mindestens einem Jahr komplett steuerfrei sind. Wird ein Veräußerungsgeschäft innerhalb der einjährigen Haltefrist abgewickelt, sieht § 31 Abs 3 noch eine Freigrenze von 440 Euro vor. Führen die Spekulationsgeschäfte in einem Kalenderjahr insgesamt zu einem Verlust, so ist dieser nicht ausgleichsfähig mit sonstigen Einkünften. Gewinne und Verluste aus einzelnen Transaktionen dürfen gegeneinander aufgerechnet werden, Ist aus dem Spekulationsgeschäft im Veräußerungsjahr ein Einnahmenüberschuss erzielt worden, müssen nachträgliche Werbungskosten im Abflussjahr bis zum Betrag dieses Überschusses berücksichtigt und zum Ausgleich mit anderen Einkünften zugelassen werden (VwGH 16.12.2010, 2008/15/0274).
Bei der Ermittlung der Anschaffungskosten stellt sich häufig das Problem, dass die eingesetzten Kryptowährungen zu sehr unterschiedlichen Zeitpunkten zu unterschiedlichen Kursen / Anschaffungskosten erworben wurden. Die sog. First-in-first-out-Methode (Fifo) dürfte in diesen Fällen geeignet sein, die Anschaffungskosten zuverlässig zu bestimmen. Mit anderen Worten: Man unterstellt, dass diejenigen Bitcoins, die zuerst angeschafft wurden, auch diejenigen sind, die im Rahmen des privaten Veräußerungsgeschäfts als erstes eingesetzt wurden.
Anleger ist jedenfalls zu empfehlen ihre Bitcoin-Geschäfte sorgfältig zu dokumentieren, um ihrem Finanzamt im Zweifel geeignete Nachweise über die getätigten Transaktionen vorlegen zu können. Als Steuersatz wird der gewöhnliche individuelle Einkommensteuersatz zugrunde gelegt.
Nach diesem Prinzip stellt auch jeder Tausch von bitcoins in Altcoins einen steuerpflichtigen Anschaffungsvorgang dar und der Lauf der Spekulationsfrist nach § 31 EStG wird neu ausgelöst. Jeder Verkauf jeder Umtausch von Altcoins in bitcoins is wiederum ein Veräußerungsvorgang, der wenn innerhalb der Spekulationsfrist durchgeführt der Steuerpflicht unterliegt.

Unternehmen
Gewerblich tätige Unternehmen können – anders als Privatanleger – keine privaten Veräußerungsgeschäfte tätigen. Geschäfte mit Kryptowährungen, die sich im Betriebsvermögen befinden, führen immer zu Einnahmen/ Aufwendungen bzw. zu Einkünften aus Gewerbebetrieb. Eine Mindesthaltedauer, nach deren Ablauf Steuerfreiheit eintritt, gibt es in diesem Fall nicht. Je nach Rechtsform des Unternehmens unterliegen die so erzielten Gewinne dann der Einkommensteuer (Personengesellschaften) oder der Körperschaftsteuer (GmbHs, AGs etc.).
Von besonderem Interesse für Unternehmer ist neben den ertragsteuerlichen Auswirkungen von Bitcoin-Geschäften vor allem aber auch deren umsatzsteuerliche Behandlung. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat im Oktober 2015 entschieden, dass beim Umtausch der Kryptowährung Bitcoin keine Umsatzsteuer anfällt (Rechtssache C-264/14).

Weifund: Dezentrales Crowdfunding 3.0 (Teil 2)

Am 12. September d.J. war ja Nick Dodson von WeiFund in Wien bei einem Ethereum Meetup. Ein sehr interessanter Abend. Nur einige Tage später wurde WeiFund zur innovativsten Blockchain Applikation auf der Internationalen Blockchain Woche in Shangai gewählt und hat die Beta-Version der Plattform gelauncht. Ein Grund um an meinen Artikel aus dem Juni d.J.: Weifund; dezentrales crwodfunding im WEb 3.0 anzuschließen und auf die Funktionsweise – wie Nick Dodson – es beim Ethereum Meetup erklärt hat, nochmals einzugehen.

Vorweg nochmals zur Klarstellung Bei WeiFund handelt es sich um eine  Open-Source, Blockchain 2.0-basierte Plattform aus dem Umfeld der Consensys Entwickler. Sämtliche Transaktionen laufen auf der Ethereum Blockchain. Die Smart Contrats der Weifund Verträge sehen Escrow-Lösungen vor und interagieren auch mit externen Token.  Weifund: Dezentrales Crowdfunding 3.0 (Teil 2) weiterlesen

Schweiz plant analog zu London und zu Singapur Sandbox für FinTechs

Lt. einem Artikel der Finanz- und Wirtschaft von heute (10.10. 2016)arbeitet der Schweizer Bundesrat an einem  Gesetzesvorhaben für die Finanztechnologie-Branche (FinTech). Eingeführt werden sollen einerseits eine «Bankenlizenz light» und andererseits ein regulierungsfreier Raum für Fintech-Start-ups: Im Rahmen dieser regulierungsfreien Raums sollen die Startups im Finanztechnologiebereich komplett oder teilweise ausgenommen werden aus der Bankengesetzgebung und nur mehr eingeschränkt unter die Aufsicht der FINMA fallen. Lt. dem Artikel der Finanz- und Wirtschaft ist auch geplant die steuerliche Situation der FinTech-Jungunternehmen zu verbessern. Diese Initiativen resultieren vor allem aus  der bereits vor einem Jahr erfolgten Bildung einer eigenen FinTech-Sektion in der Finanzmarktaufsicht und einer mit der Montary Authority of Singapore (MAS) abgeschlossenen Kooperationsvereinbarung. Schweiz plant analog zu London und zu Singapur Sandbox für FinTechs weiterlesen

Der ICO der Decent Plattform

Decent Plattform
Decent Plattform

Vorigen Donnerstag, den 8. September 2016, veranstaltete die FinTech Academy ihres erstes Meetup zum Thema Blockchain. Thema war das anstehende Initial Coin Offering (#ICOs) der Decent Plattform  (www.decent.ch)und die neue Cryptcurrencyseite im Spielebereich #WaggaWagga.

Matej Michalko, Gründer der Decent Plattform gehört schon seit Jahren zu den Kryptowährungsenthusiasten: Er organisierte Bitcoinevents weltweit und ist auch dadurch bedingt sehr gut vernetzt. Der ICO der Decent Plattform weiterlesen

Frauen in der Blockchain-Ökosphäre

Blockchainökosphäre
Blockchainökosphäre

Ich lese ja momentan das Buch von Dan und Alex Tapscott  Blockchain Revolution: How the Technology behind BitCoin is Changing Money, Business and the World und bin ganz positiv überrascht über ein Kapitel zum Thema Frauen in der Blockchain-Ökosphäre.

Im Buch gehen Alex/Dan Tapscott einerseits auf jene Frauen ein, die Blockchain-Unternehmen entweder gegründet haben oder führen wie Blythe Masters (CEO der Digital Assets Holding), Cindy McAdam (President der Xapo), Melanie Shapiro (CEO der Case Wallet), Joyce Kim (CEO der Stellar Development Foundation), Elizabeth Rossiello, CEO and Gründer der BitPesa, Pamela Morgan (CEO der Thord Key Solutions). Arianna Simpson (BitCo) und Jalak Jobanputra (BarefootVC). Frauen in der Blockchain-Ökosphäre weiterlesen

Bücher zum Thema Blockchain

Das Thema Blockchain war ein heißes Diskussionsthema  2015. Vor allem war es wohl die Formation des R3 Konsortiums von anerkannten Experten aus der Kryptowährungswelt (Tim Swanson, Mike Hearns, ..) mit der Unterstützung von 42 der wohl bekanntesten und größten weltweit tätigen Banken im Herbst 2015, die offensichtlich machte, das die Bitcoin-Technologie mehrere Facetten hat. In der Ökosphäre wird nun viel diskutiert, ob es sich bei der von den Banken angedachten Adaption der Blockchain lediglich um ein verteiltes Hauptbuch (decentralised ledger) handelt oder doch um eine intelligentere Lösung. Jedenfalls eine interessante Frage. Antworten auf das Potential und die Möglichkeiten der Nutzung der Blockchain-Technologie in welcher Form auch immer können eventuell die momentan im Entstehen befindlichen Bücher zu diesem Thema geben: Bücher zum Thema Blockchain weiterlesen

Strengere EU-Regelungen für Bitcoin-Börsen und Walletanbieter geplant

EU-Kommission
Proposal for Bitcoin-Regulation

Mit dem Vorschlag der EU-Kommission vom 5. Juli 2016 zur Ausdehnung des Geltungsbereichs der 4. Geldwäscherichtlinie soll der Begriff der „Verpflichteten“  (Artikel 2, Absatz 1) nun auch die Umtausch-Plattformen für virtuelle Währungen (exchanges)  und Anbieter von elektronischen Geldbörsen  (virtual currency custodian wallet providers) umfassen. Damit müssen diese Dienstleister analog zum gesamten Finanzsektor und bestimmten Dienstleister aus dem Nicht-Finanzsektor, zum Beispiel Notare, Rechtsanwälte und Anbietern von Glücksspieldiensten den in der 4. Geldwäsche-Richtlinie vorgesehenen KYC-Regelungen entsprechen.

Gemäß diesen KYC-Regelungen muss  jeder Verpflichtete  individuelle Geschäftsbeziehungen und Transaktionen auf deren jeweiliges Geldwäscherisiko hin prüfen, Insbesonderen muss eine vollständige Kundenverifikation durchgeführt werden,  und es ist behördliche Meldung zu erstatten, wenn es einen Verdacht auf Geldwäsche oder Terrorfinanzierung gibt. Strengere EU-Regelungen für Bitcoin-Börsen und Walletanbieter geplant weiterlesen

APPCoins als Crypto Crowdfunding

ICO
ICO

Spätestens seit dem Erfolg des DAO ist offensichtlich, dass ICOs (Initial Coin Offerings) weltweit inzwischen eine populäre Möglichkeit sind Kryptowährungsprojekte vorab zu finanzieren. Bei einem ICO (manchmal auch als Crowdsale oder als Presale bezeichnet), werden Tokens (meist Appcoins)   im Austausch für bereits gängige Kryptowährungen wie BTC oder Ether zum Vorabkauf angeboten. Das damit aufgebrachte Kapital wird –  idealerweise für alle Unterstützer der Kampagne nachvollziehbar (auf einem einsehbaren Transaktionssystem) –  zur Entwicklung des neuen Projektes verwendet. Die mittels solcher ICOs bereits aufgebrachten Finanzierungsbeträge stellen viele der bis dato auf den großen Crowdfundingplattformen wie Kickstarter und Indiegogo durchgeführten Kampagnen in den Schatten. So handelt es sich bei 3  von den 10 größten bis dato durchgeführten Crowdfundingprojekten um ICOs. APPCoins als Crypto Crowdfunding weiterlesen

Coming soon: Mein Buch zum Thema Bitcoin und Blockchain!

Bitcoin_Buch
Bitcoin Buch

Ich habe vorige Woche endlich die Druckversion für mein Buch zum Thema Bitcoin und Blockchain abgeliefert. Ich bin keine Techniker. Ich habe aber verstanden wie wichtig das Thema der dezentralen Transaktionssysteme in allen Bereichen unseres Wirtschaftslebens sein wird. Dabei sehe ich das herkömmliche Finanzsystem nur als erste Branche, die sich mit dem Thema beschäftigen müssen. Rechtsanwälte, Wirtschaftsprüfer, Webunternehmen, öffentliche Verwaltungen, das Gesundheitswesen aber auch die großen Internetplattformen: ebay, Uber, Airbnb usw. diese neue Technologie und die damit einhergehenden neuen Geschäftsprozesse wird viele betreffen. Mein Buch kann dazu nur einen ersten Eindruck geben.

Es war ein sehr schwieriges Projekt für mich. Aber wohl auch das interessanteste Thema mit dem ich mich bis dato auseinandergesetzt habe.

Bitcoin/Blockchain Unternehmen in der Schweiz!

Swiss FinTech Report
Swiss FinTech Report

Lt. einem aktuellen Bericht von Ernst & Young und der Swiss Finance + Technology Association (Swiss F&inTech Report 2016: The role of Switzerland as a FinTec Hub) fördert die Schweiz im Vergleich zu vielen anderen Volkswirtschaften Startups viel zu wenig. Dementsprechend wird lt. dem vorliegenden Bericht das Potenzial der Schweiz als europäischer FinTech Standort im Vergleich auch zu sonstigen europäischen Ländern nicht ausgeschöpft.

Interessanterweise deckt sich dieser Bericht nicht mit den Beobachtungen, die ich in den letzten Monaten und Wochen gemacht habe: in der Bitcoin/Blockchainszene ist nämlich die Schweiz sehr präsent – vor allem im Vergleich zu Berlin und Wien.

Speziell der Kanton Zug entwickelt sich tatsächlich immer mehr zum Crowd Valley: Hier sitzen u.a. das international agierende Bitcoin Unternehmen Monetas und Bitcoin Suisse, das ein Bitcoinautomatennetzwerk in der Schweiz aufgebaut hat.   Hier hat  auch die Ethereum Foundation  ihren juristischer Hauptsitz. Die Bedeutung,  die den Entwicklungen von Ethererum in der Blockchainökosphäe zugemessen wird, lässt sich wohl am besten am in den letzten Wochen massiv gestiegenen Kurses der Kryptowährung Ether ablesen: Auf über 200 Prozent beläuft sich das Plus, und die Marktkapitalisierung beträgt mittlerweile 200 Millionen. Damit liegt Ether bereits hinter Bitcoin auf Rang zwei der neuen digitalen Währungen. Das bekannte Wallet Unternehmen XAPO (gegründet von Wence Casares), das die Bitcoin-Bestände einiger der Silicon Valley VCs hortet, hat  nach dem Erlass der Bitlicence in den US ihren Sitz in die Schweiz verlegt.  Auch Shapeshift.io, gegründet von Eric Voorhees (auch Gründer von SathosiDice usw) und finanziert von Barry Silbert, ein weiteres bekanntes Kryptowährungsstartup,  ist in der Schweiz angesiedelt.

Mike Hearn – einer der bekanntesten Bitcoin Core Entwickler (jetzt R3)-  hat in seinem Züricher Büro seinen Blogpost: The resolution of the Bitcoin experiment (der in aller Munde war) Anfang Jänner 2016 geschrieben. Und hier sitzt auch die UBS, dessen CIO Oliver Bussmann  eine Vorreiterrolle im Bereich Blockchain-Technologie und Bitcoin übernommen hat. Stellvertretend dafür sein Tweet vom 17. September: «Die Blockchain und eine innovative UBS sind meine Passion.» Die UBS hat  eine eigene digitale Währung: Settlement Coin. Die Währung könnte helfen, Banken schneller miteinander ins Geschäft zu bringen. Transaktionen würden nicht mehr zentral verwaltet, sondern von einem Netzwerk kontrolliert. Der Unterschied zur Blockchain von Bitcoin: Die Transaktionslisten sind nicht öffentlich.