Bücher zum Thema Blockchain

Das Thema Blockchain war ein heißes Diskussionsthema  2015. Vor allem war es wohl die Formation des R3 Konsortiums von anerkannten Experten aus der Kryptowährungswelt (Tim Swanson, Mike Hearns, ..) mit der Unterstützung von 42 der wohl bekanntesten und größten weltweit tätigen Banken im Herbst 2015, die offensichtlich machte, das die Bitcoin-Technologie mehrere Facetten hat. In der Ökosphäre wird nun viel diskutiert, ob es sich bei der von den Banken angedachten Adaption der Blockchain lediglich um ein verteiltes Hauptbuch (decentralised ledger) handelt oder doch um eine intelligentere Lösung. Jedenfalls eine interessante Frage. Antworten auf das Potential und die Möglichkeiten der Nutzung der Blockchain-Technologie in welcher Form auch immer können eventuell die momentan im Entstehen befindlichen Bücher zu diesem Thema geben: Bücher zum Thema Blockchain weiterlesen

Strengere EU-Regelungen für Bitcoin-Börsen und Walletanbieter geplant

EU-Kommission
Proposal for Bitcoin-Regulation

Mit dem Vorschlag der EU-Kommission vom 5. Juli 2016 zur Ausdehnung des Geltungsbereichs der 4. Geldwäscherichtlinie soll der Begriff der „Verpflichteten“  (Artikel 2, Absatz 1) nun auch die Umtausch-Plattformen für virtuelle Währungen (exchanges)  und Anbieter von elektronischen Geldbörsen  (virtual currency custodian wallet providers) umfassen. Damit müssen diese Dienstleister analog zum gesamten Finanzsektor und bestimmten Dienstleister aus dem Nicht-Finanzsektor, zum Beispiel Notare, Rechtsanwälte und Anbietern von Glücksspieldiensten den in der 4. Geldwäsche-Richtlinie vorgesehenen KYC-Regelungen entsprechen.

Gemäß diesen KYC-Regelungen muss  jeder Verpflichtete  individuelle Geschäftsbeziehungen und Transaktionen auf deren jeweiliges Geldwäscherisiko hin prüfen, Insbesonderen muss eine vollständige Kundenverifikation durchgeführt werden,  und es ist behördliche Meldung zu erstatten, wenn es einen Verdacht auf Geldwäsche oder Terrorfinanzierung gibt. Strengere EU-Regelungen für Bitcoin-Börsen und Walletanbieter geplant weiterlesen

Coming soon: Mein Buch zum Thema Bitcoin und Blockchain!

Bitcoin_Buch
Bitcoin Buch

Ich habe vorige Woche endlich die Druckversion für mein Buch zum Thema Bitcoin und Blockchain abgeliefert. Ich bin keine Techniker. Ich habe aber verstanden wie wichtig das Thema der dezentralen Transaktionssysteme in allen Bereichen unseres Wirtschaftslebens sein wird. Dabei sehe ich das herkömmliche Finanzsystem nur als erste Branche, die sich mit dem Thema beschäftigen müssen. Rechtsanwälte, Wirtschaftsprüfer, Webunternehmen, öffentliche Verwaltungen, das Gesundheitswesen aber auch die großen Internetplattformen: ebay, Uber, Airbnb usw. diese neue Technologie und die damit einhergehenden neuen Geschäftsprozesse wird viele betreffen. Mein Buch kann dazu nur einen ersten Eindruck geben.

Es war ein sehr schwieriges Projekt für mich. Aber wohl auch das interessanteste Thema mit dem ich mich bis dato auseinandergesetzt habe.

Bitcoin/Blockchain Unternehmen in der Schweiz!

Swiss FinTech Report
Swiss FinTech Report

Lt. einem aktuellen Bericht von Ernst & Young und der Swiss Finance + Technology Association (Swiss F&inTech Report 2016: The role of Switzerland as a FinTec Hub) fördert die Schweiz im Vergleich zu vielen anderen Volkswirtschaften Startups viel zu wenig. Dementsprechend wird lt. dem vorliegenden Bericht das Potenzial der Schweiz als europäischer FinTech Standort im Vergleich auch zu sonstigen europäischen Ländern nicht ausgeschöpft.

Interessanterweise deckt sich dieser Bericht nicht mit den Beobachtungen, die ich in den letzten Monaten und Wochen gemacht habe: in der Bitcoin/Blockchainszene ist nämlich die Schweiz sehr präsent – vor allem im Vergleich zu Berlin und Wien.

Speziell der Kanton Zug entwickelt sich tatsächlich immer mehr zum Crowd Valley: Hier sitzen u.a. das international agierende Bitcoin Unternehmen Monetas und Bitcoin Suisse, das ein Bitcoinautomatennetzwerk in der Schweiz aufgebaut hat.   Hier hat  auch die Ethereum Foundation  ihren juristischer Hauptsitz. Die Bedeutung,  die den Entwicklungen von Ethererum in der Blockchainökosphäe zugemessen wird, lässt sich wohl am besten am in den letzten Wochen massiv gestiegenen Kurses der Kryptowährung Ether ablesen: Auf über 200 Prozent beläuft sich das Plus, und die Marktkapitalisierung beträgt mittlerweile 200 Millionen. Damit liegt Ether bereits hinter Bitcoin auf Rang zwei der neuen digitalen Währungen. Das bekannte Wallet Unternehmen XAPO (gegründet von Wence Casares), das die Bitcoin-Bestände einiger der Silicon Valley VCs hortet, hat  nach dem Erlass der Bitlicence in den US ihren Sitz in die Schweiz verlegt.  Auch Shapeshift.io, gegründet von Eric Voorhees (auch Gründer von SathosiDice usw) und finanziert von Barry Silbert, ein weiteres bekanntes Kryptowährungsstartup,  ist in der Schweiz angesiedelt.

Mike Hearn – einer der bekanntesten Bitcoin Core Entwickler (jetzt R3)-  hat in seinem Züricher Büro seinen Blogpost: The resolution of the Bitcoin experiment (der in aller Munde war) Anfang Jänner 2016 geschrieben. Und hier sitzt auch die UBS, dessen CIO Oliver Bussmann  eine Vorreiterrolle im Bereich Blockchain-Technologie und Bitcoin übernommen hat. Stellvertretend dafür sein Tweet vom 17. September: «Die Blockchain und eine innovative UBS sind meine Passion.» Die UBS hat  eine eigene digitale Währung: Settlement Coin. Die Währung könnte helfen, Banken schneller miteinander ins Geschäft zu bringen. Transaktionen würden nicht mehr zentral verwaltet, sondern von einem Netzwerk kontrolliert. Der Unterschied zur Blockchain von Bitcoin: Die Transaktionslisten sind nicht öffentlich.

 

Eine Crowdfundingkampagne für Bücher zum Blockchain-Thema

Business BlockchainsIch glaube tatsächlich, dass das Thema Blockchain – vor allem basierend auf solchen Lösungen, an denen Ethereum Foundation und die ganzen Startups, die daraus entstanden sind wie Consensys, Slock.it arbeiten – das Potential hat, die Wirtschaftsabläufe massiv zu verändern.

Es gibt ein paar Blogger, die das Potential dieses neuen Themas schon vor einigen  Jahren erkannt haben und einen großen Beitrag zur Aufklärung und Diskussion des Themas geleistet haben und noch immer leisten. Einer davon ist  William Mougayar. William Mougayr ist Blogger, Unternehmer und Investor (Virtual Capital Ventures), er sitzt im Advisory Board der Ethereum Foundation, hält jede Menge Vorträge und schreibt sowohl für Forbes als auch für das WSJ zum Blockchain Thema und berät unzählige Banken zu diesem Thema.

Ich kenne vor allem seinen Blog  www.startupmanagement.org den ich immer interessiert lese. Nun will William Mougaya zwei Bücher zum Thema Business Blockchains schreiben, er hat dafür eine Kickstarterkampagne

gestartet die bereits sehr prominente Unterstützer gefunden hat wie Fred Wilson. Ich bin auch Unterstützerin und freue mich schon sehr auf die ebooks. Also vielleicht will ja noch jemand unterstützen..

Blockchain: ein mehr als spannendes Thema!

Asset registry exampleWährend die Bitcoin Ökosphäre immer noch darüber diskutiert ob nun der bekannte Bitcoin Core-Entwickler Mike Hearn mit seinem Artikel auf Medium: The resolution of the bitcoin experiment  recht hatte bzw. wann nun denntatsächlich die Blocksize auf 2 MB erhöht wird oder auch nicht, entwickelt sich das Thema der dezentralen Blockchains in einem immensen Tempo.

Am 28. Januar 2016 verlautbarte die  große internationale Beratungsgesellschafte PWC eine strategische Partnerschaft mit dem U.S. Startup Blockstream (oben genannter Mike Hearn gehört übrigens zum Team dieses Startups)  zum Thema Blockchain – um wie sie verlautbarten die Blockchaintechnologie weltweit den Klienten des Unternehmens anbieten zu können.
Am selben Tag veröffentlichte Deloitte, ein weiteres weltweit tätiges Beratungsunternehmen, ebenfalls eine Ausarbeitung zum Thema Blockchaintechnologie. In dem Papier  (hier zum runterladen) wird die grundsätzliche Methodik  der dezentralen Blockchains als auch die möglichen Anwendungen in den einzelnen Marktsegmenten (Finanz, Versicherungen, öffentlicher Sektor, Medienbereich)  sehr gut beschrieben. Deloitte weist hier auch darauf hin,  das neue Blockchain Anwendungen die weltweite Einführung beschleunigen werden.
Am 23. Jänner  2015 verlautbarte das New Yorker Blockchain Konsortium R3 ein erstes erfolgreichreich durchgeführtes verteiltes Ledger Experiment  unter Verwendung von Microsoft Azure (Blockchain as a Service EBaaS) basierend auf der Ethereum Blockchain.

Microsoft war erst im Oktober 2015 eine Kooperation mit Consensys, einem Ethereum Blockchain Startup –  gegründet von Joseph Lubin, einem Mitgründer der Ethereum Foundation – eingegangen.  Wie sehr Microsoft in das Bitcoin/Blockchain Business (Blockchain as a service) einsteigen will, zeigen auch die inzwischen zusätzlich in den letzten Monaten geschlossenen Kooperationen mit dem Bitcoinzahlungsanbieter BitPay; mit der Blockchain Plattform Manifold Technology; Bitcoin Taxservicesanbieter LibraTax und dem Proof of ownership Blockchainanbieter Emercoin.

Welche Bedeutung die Ethereum Blockchainlösung für die weitere Entwicklung im gesamten Blockchain Thema haben kann,  zeigt auch das  fünf der  vom Online-Magazin Finyear gekürten 10 vielversprechendsten Blockchain Startups für 2016 auf dezentralen Anwendungen (Daaps) der Ethereum Blockchain Technologie basieren:  Provenance,  Consensys, Ethcore, SlockIT, Ethereum.

Seit das Ethereum Ende Juli 2015 die erste funktionsfähige Softwareversion Frontier veröffentlicht hat (Ende Juli 2015), sind basierend auf dieser Entwicklungsumgebung unzählige Projekte entstanden.Ethereum  will ein „Web 3.0“ erschaffen – ein vollständig dezentrales Internet der DAPPs (dezentrale Anwendungen) und Smart Contracts.
Ethereum wird oft als die Bitcoin 2.0 Lösung beschrieben, auch weil viele der  in der Bitcointechnologie  identifizierbaren Shortcomings gelöst wurden.

Die Technologie  ist
•  unbegrenzt skalierbar, da sie nicht auf Servern ausgeführt wird (keine Blocksizedebatte!)
• Bestätigungen brauchen lediglich 7 Sekunden (Bitcoin braucht durchschnittlich 10 Minuten)
• Nachweis der Beteiligung wird Nachweis der Arbeit zu ersetzen (so als sehr effizient)
• Nodes und auch das Mining kann auf allen Geräten installiert/ausgeführt werden. (keine Gefahr der industriellen Konzentration wie bei Bitcoin)

Der Bitcoin-Core war von Satoshi Nakamoto vor allem als  „peer to peer digitales Zahlungsmittel“ im Gegensatz zu analogen Fiatsystem konzipiert, die Ethererum Blockchaintechnologie von Vitalik Buterin (der Gründer von Ethereum) ist mit ihrer umfangreichen Programmierbarkeit vor allem ausgerichtet auf sämtliche Arten von Smart Contracts. Der Ether (die Kryptowährung von Ethereum) ist nur als Transaktionsmittel gedacht.

Mein Buch zur Kryptoökonomie

Ich habe in den letzten Monaten sehr intensiv an meinem Buch zum Thema Blockchain -Kryptoökonomie gearbeitet und es liegt jetzt endlich beim Lektorat. Auch das Vorwort ist fertig und gibt einen guten Eindruck um was es geht:

1 Vorwort
In the future I see a public Blockchain – whether that’s Bitcoin or some other open one in the future which is a way of registering ownership of all sorts of assets and it’s a way of transferring ownership of those assets in a single system that can be read by all of the right people and none of the wrong people. So it becomes very simple for me to swap my dollars for your IBM shares, or your pounds for my house. Any asset that we assign a value to and want to be sure about who owns it can be registered using this technology.” – James Smith, CEO of Elliptic
Stellen Sie sich vor, Sie wachen an einem Sonntagmorgen irgendwann in der nahen Zukunft auf. Das Wetter ist traumhaft und sie beschließen, sich mit ihren Freunden auf einen Brunch zu treffen. Sie schnappen sich ihr Smartphone und öffnen dort Ihren persönlichen Lifestyle-Assistenten. Das ist eine App, die Ihr Nutzungsverhalten kennt und Sie in ihren Entscheidungen des täglichen Lebens unterstützt. Ohne einen derartigen Lifestyle-Assistenten ließe sich das Leben in dieser nahen und vollständig digitalisierten Zukunft auch nicht bewältigen.
Wie heute bereits bei Siri von Apple kann man natürlich mit der Lifestyle-App mündlich kommunizieren. Sie beauftragen Ihren Lifestyle-Assistenten also, ein geeignetes Lokal für den Brunch auszusuchen und den Zeitpunkt für den Brunch auch gleich mit den Lifestyle-Assistenten Ihrer Freunde abzustimmen. Das Lokal ist schnell ausgewählt, die kommunizierenden Lifestyle-Assistenten haben auch rasch den optimalen Zeitpunkt dafür abgestimmt.
Ihr Lifestyle-Assistent bestellt also einen Tisch für 5 Personen, zahlt sofort per Kryptowährung die Reserverierungsgebühr und Sie erhalten umgehend den Online-Voucher. Dieser enthält auch eine Gutschrift für ein vollautomatisches Car-Service. Mittlerweile ist der Straßenverkehr durch selbstfahrende Autos geprägt, die nach dem Prinzip des Car-Sharings funktionieren. Im Stadtbereich befindet sich das nächste Auto üblicherweise innerhalb von 100 – 150 Meter von eigenen Standort entfernt. Sollte sich einmal kein Auto in der Nähe befinden, kann man per Smartphone eines zu seinem Standort beordern.
Die Autos werden über das Internet und entsprechende Applikationen und Leitsysteme gesteuert. Seit Einführung der selbstfahrenden Autos hat sich die Anzahl der Verkehrsunfälle ebenso dramatisch reduziert wie die Umweltbelastung durch den Autoverkehr.
Ihr Lifestyle-Assistent erkundigt Sich nun bei ihnen, ob sie den Voucher einlösen und einen Car-Service bestellen wollen. „Natürlich“, sagen Sie. Also wird das passende Angebot ausgewählt und bestellt. Damit erfolgt die Einlösung des Vouchers, die Bestätigung der Einlösung des Vouchers samt exaktem Standort Ihres Autos wird auf Ihr Smartphone gesandt. Das für Sie bereitgestellte Auto befindet sich nur knapp 30 Meter von Ihrem Hauseingang entfernt. Mit dem digitalen Voucher auf ihrem Smartphone öffnen sich die Türen des Autos automatisch, sobald Sie sich dem Auto auf einen Meter genährt haben. Da das Fahrziel bereits vorab bekanntgegeben wurde, müssen Sie nach dem Einsteigen nichts mehr machen. Denn jedes dieser Autos verfügt über die jeweils aktuellste Kommunikationstechnologie und eignet sich daher bestens als mobiles Büro. Da diese intelligenten Autos so gut wie keine Unfälle verursachen, brauchen sie auch keinen Sicherheitsgurt und alle Sitze sind zur Mitte des Autos hin ausgerichtet.
Hier lesen Sie noch kurz auf ihrem Pulschannel die wichtigsten Schlagzeilen in den für sie interessanten Onlinemedien auf ihrem Tablet bei einer Tasse Kaffee. Danach machen Sie noch ein paar kurze Postings auf Facebook. Für jedes Like oder jeden Kommentar zu einem Posting bekommen Sie von Facebook ein paar Coins gutgeschrieben. Da sie viele Freunde auf Facebook haben und fleißig posten, reicht das Einkommen von Facebook üblicherweise aus, um ihre monatlichen Kosten für die Nutzung des Internets zu bezahlen.
Die Tür Ihrer Wohnung hat sich hinter ihnen geschlossen, sobald sie den Hauseingang verlassen hatten. Die Tür zu ihrem Zuhause kann nur von Personen geöffnet werden, die im Besitz eines speziellen Krypto-Tokens sind, der von ihnen unter Nutzung kryptographischer Verschlüsselung auf die Smartphones der Personen übertragen wurde.
Alles in Ihrem Haus, von Ihrem Toaster bis zu ihrer Waschmaschine ist digital gesteuert und an das Internet angeschlossen. Die Geräte können daher von überall auf der Welt kontrolliert werden. Viele Haushaltsgeräte sind darüber hinaus nicht gekauft, sondern im Rahmen von sogenannten Nutzungsverträgen von den Herstellern bereitgestellt. Wie beispielsweise die Kaffeemaschine. Jeder konsumierte Kaffee wird sofort von Ihrem beim Verleiher hinterlegten Kryptowährungsguthaben abgezogen. Ähnlich funktionieren ihre Waschmaschine, Ihr TV-Gerät, Ihr Computer und natürlich Ihr 3D-Drucker. Der 3D-Drucker ist so gut wie unverzichtbar für Haushalt und Büro. Kleine Dinge des täglichen Lebens werden real-time vom 3D-Drucker erzeugt. Auch Strom, Gas und Wasser werden real-time abgerechnet und bezahlt.
Sie zahlen für fast alle Dinge des Lebens pro Nutzung und konsumierter Menge real-time. Mittels Nutzung der Kryptowährungen sind Bezahlungen solcher Klein- und KIeinstbeträge kein Problem mehr. Früher, als der Zahlungsverkehr noch über Banken abgewickelt wurde, wäre das nicht möglich gewesen. Das wäre viel zu teuer gewesen. Aber in dieser nahen Zukunft sind so gut wie alle Dinge des täglichen Lebens „intelligente Dinge“, ausgestattet mit Mikroprozessoren, Applikationen und an das Web angeschlossen. Erwerb und Nutzung erfolgt über sogenannte Smart Contracts, also intelligente Verträge. Die Algorithmen dieser Verträge steuern die mit ihnen verbundenen Dinge automatisch, sorgen im Bedarfsfall – wie bei der Kaffeemaschine – für Nachschub oder stellen, falls keine Zahlung erfolgt, die Nutzungsmöglichkeiten ein. Dafür braucht es keine Menschen mehr. Das „Internet-der-Dinge“ funktioniert von Maschine zu Maschine.
All das wird ermöglichen, dass wenn Ihnen auf ihrem Weg zum Brunch plötzlich einfallen sollte, das Sie vergessen haben die Waschmaschine einzuschalten, dieses Versäumnis durch Druckknopf nachzuholen.

Ohne nun um die Vor- bzw. die Nachteile dieses nach Science Fiction klingende Szenario einzugehen, sollte uns klar sein das dieses Szenario bereits innerhalb von wenigen Jahren Realität werden könnte.
Für die Realisierung von Internet of Things (IoT) und intelligenter Verträge (Smart Contracts) ist Sicherheit der IT-Systeme eines der noch viel diskutierten Elemente. Dieses Thema der Sicherheit kann nun mit dem Konzept der dezentralen kryptographischen Datenbanken vielversprechend adressiert werden. Die Bitcoin Blockchain hat inzwischen bewiesen, dass selbst hohe Werte auf der Blockchain sicher zugeordnet und transferiert werden können. Während Wallets und Unternehmen der Bitcoinökosphäre immer wieder gehackt werden, ist das Bitcoin Protokoll bis dato stabil und die Anzahl der durchgeführten Transaktionen wächst stetig. Experten schätzen, dass bis zum Jahr 2020 weltweit bereits mehr als 50 Milliarden intelligente Dinge an das Internet angeschlossen sein könnten.
So wie im frühen Web der 90er Jahre niemand solche Entwicklungen wie YouTube und Facebook vorhersehen konnte, entstehen derzeit unzählige Anwendungen, in denen die Kryptowährungstechnologie auf unvorhergesehene Weise genützt wird. Die pseudonyme Rückverfolgbarkeit digitaler Werte im Bitcoin-Netzwerk kann beispielsweise auch eingesetzt werden, um den Zeitpunkt der Entstehung damit verknüpfter Dokumente nachzuweisen. Auch das ganze Thema Mikropayment wird in den nächsten Jahren hoffentlich neu geschrieben – Bezahlsysteme für Apps und In-App-Einkäufe sollten sich an Open-Source-Prinzipien orientieren und nicht Unternehmen wie Google, Apple und Microsoft überlassen werden.
Bitcoin als Protokoll, also als Basis für Anwendungen, steht heute in seiner Entwicklung erst da, wo das World Wide Web in den frühen 90er Jahren war und doch spricht ddie Bank von England, bereits vom Internet des Geldes , während die Federal Reserve Bank von St. Louis es als Geniestreich bezeichnet. Das Weltwirtschaftsforum wiederum sieht die Blockchain als einen der sechs Megatrends der nächsten Jahre . Eine Studie des Weltwirtschaftsforums, veröffentlicht Ende September 2015 geht davon aus, dass bereits 2017 die Blockchain Technologie Mainstream wird und das bereits 2025 die Regierungen ihre Steuern über dezentralen Datenbanken automatisiert erhalten.
Noch betonen all die Befürworter der dezentralen Datenbanken aus dem Finanzbereich, dass sie nur die Idee der Blockchain an sich befürworten, aber von bitcoin als Zahlungsmittel und auch vom genutzten Geldschöpfungsform (dem Miningprozess) nichts halten bzw. von der Nutzung abraten. Und doch ist der momentane Hype um die Vorteile der dezentralen Datenbanken auch bei den Finanzinstituten der erste Schritt sich mit den Kryptowährungstechnologien auseinanderzusetzen und ihre archaische Backend-Systeme mit all ihren schwerfälligen Verzögerungen und unnötige Kosten abzulösen. Und dann wird es viel einfacher sein zu verstehen das Blockchains ohne Kryptowährungen nur der erste Schritt sein können in eine neue Welt mit vielen Möglichkeiten. Diese Zeit werden die Kryptowährungstechnologien ohnehin noch brauchen um ihre eindeutig gegebenen Unzulänglichkeiten wie die eingeschränkte Skalierbarkeit des Systems, hoher Energieverbrauch des Geldschöpfungsverfahrens, usw. noch auszumerzen.
Geld stellt im Bitcoin-System einen digitalen programmierbaren Wert dar. Dadurch dass es sich bei der Bitcoin-Technologie um eine Open Source Technologie handelt, haben die weltweit intelligentesten und kreativsten Software-Entwicklern eine offene Plattform, auf der sie Produkte und Dienstleistungen entwickeln , die es Einzelpersonen, Organisationen und sogar Maschinen, ermöglichen werden Transaktionen flexibler, effizienter und produktiver auszuführen.
Ich bin fasziniert von den Möglichkeiten dieser neuen Technologie und hoffe mit diesem Buch einen ersten Eindruck von dem möglichen Potential und von der damit einhergehenden neuen Wirtschaftsordnung geben zu können.

London als Brennpunkt der europäischen Fintechbranche

Ich bin absolut fasziniert was für Initiativen in Grossbritannien gesetzt werden um innovative Unternehmen zu fördern.

Durch  beispielhafte Initiativen im Crowdfundingbereich, die in einer aktiven Förderung (durch Finanzspritzen) der Crowdlendingplattformen durch die Regierung bestehen, oder auch durch die vorteilhaften steuerlichen Regelungen für Investoren auf den Crowdinvestingplattformen, boomt die Crowdfundingindustrie in Grossbritannien wie in keinem anderen Land. Positiv ausgewirkt auf diese Entwicklung haben sich sicher auch die raschen und einigermassen eindeutigen Stellungnahmen und Forderungen der britischen Finanzaufsichtsbehörde FCA (Financial Conduct Authority) mit den im April 2014 herausgegebenen Regelungen für die Crowdinvesting und Crowdlendingplattformen.

Nur in einem Bereich hinken die Briten den Deutschen momentan hinterher und das ist im Bereich der Regulierung der digitalen Währungen (i.e. Bitcoin). Was natürlich für London, das sich mit den Firmen Transferwise, FundingCircle und Zopa eindeutig als Zentrum der FinTechbranche von zumindest dem europäischen Kontinent positionieren will, ein massiver Minuspunkt ist auch wenn das die Gründung vieler britischen Unternehmen, die im Bereich der digitalen Währungen tätig sind, bis dato nicht gehindert hat.

Die britische Finanzaufsichtsbehörde hat sich bis dato als nicht für digitale Währungen zuständig erklärt und hat daher keinerlei Regelungen  erlassen, das gleiche gilt für die britischen Steuerbehörden. Die bis dato einzige Stellungnahme des HMRC (HM Revenue & Customs) zu Bitcoin qualifizierte den Erwerb von BitCoins als den Erwerb von Gutscheinen, der mit Umsatzsteuer zu belasten ist. Davon ist die britische Steuerbehörde dem Vernehmen nach schon abgewichen, aber es gibt immer noch keine endgültige Aussage. Diese „Nichtregulierung“ der digitalen Währungen führt zu einer massiven Unsicherheit.

Wie sehr jedoch in Grossbritannien Neuregelungen  für den FinTechbereich verlangt werden, zeigen einige in den letzten Monaten gezeigten Initiativen, die ich berichtenswert finde:

Ende Oktober des Vorjahres hat die britische Regierung das Programm „Challenger Businesses“ zur Unterstützung von innovativen Unternehmen ins Leben gerufen.

Anfang Juni 2014 hat die britische Finanzaufsichtsbehörde die Initiative „Project Innovate“ ins Leben gerufen: mit dem erklärten Ziel Innovation im Financial Services Bereich zu fördern  und um wörtlich Raum zu schaffen für “the brightest and most innovative companies to enter the space“.

Anfang August hat sich mit Unterstützung der Stadtverwaltung Londons auch die Interessensvertretung Innovate Finance (früher: FinTech UK) formiert mit dem Ziel der Förderung der Kooperation der Startups und der bestehenden Finanzinstitutionen ebenfalls zur Förderung  der Innovation im FinTech Sektor.

Bei der Eröffnungsveranstaltung drückte George Osborne (Politiker der konservativen Partei) das Bestreben der Organisation wie folgt aus:

“It’s only by harnessing innovations in finance, alongside our existing world class knowledge and skills in financial services, that we’ll ensure Britain’s financial sector continues to meet the diverse needs of businesses and consumers, here and around the globe, and create the jobs and growth we all want to see in the future.”

Heute wiederum hat die britische  Coalition for a Digital Economy (Coadec) (eine private Vereinigung von Startups und VCs) ein Startup Manifesto publiziert, indem sie die Regierung zur Unterstützung der digitalen Wirtschaft mit präzisen Forderungen auffordert. Eine der wichtigsten Punkte für den FinTech Bereich ist die Forderung  nach einer Regulierung im Bereich der digitalen Währungen.

“The next government should continue this support, including reviewing the major barriers around fintech innovation. This should include looking at the regulation of cryptocurrencies such as bitcoin. HMRC should take the lead in being one of the first tax authorities to establish a framework relating to tax, VAT and other compliance requirements related to cryptocurrency.”

Unterstützt werden die Forderungen des Startup Manifesto übrigens auch von Index Ventures – dem wohl momentan aktivsten Venture Capitalgeber.

 

 

 

 

 

Die Meinung der Europäischen Bankenaufsicht zu Bitcoin

EBA
EBA

Mit der Stellungnahme vom 4. Juli 2014 hat die Europäischen Bankenaufsicht (EBA)  ihr zweites Statement zum Thema digitaler Währungen abgegeben. Im Dezember 2013 hatte ja die EBA bereits die Konsumenten zur Vorsicht beim Nutzen von digitalen Währungen aufgerufen. Das jetzige Papier richtet sich an die lokalen Finanzaufsichtsbehörden sowie an die EU-Behörden und fasst die in den letzten Monaten gemachten Studien des Instituts zur Notwendigkeit einer Regulierung der virtuellen Währungen im speziellen des BitCoins zusammen.

Ein genaues Studium des Papiers lohnt sich. Einerseits wird  ein ziemlich genaues Bild dessen gegeben wo die Bankenaufsichtsbehörden zum Thema digitaler Währungen momentan stehen und andererseits ist das Papier auch durchaus unterhaltend.

Die wichtigsten Schlussfolgerungen der Stellungnahme sind:

Die  Vorteile der dezentralen digitalen Währungen bestehen unbestreitbar in den niedrigen Transaktionskosten und in der geringeren Transaktionszeit. Die EBA bezweifelt jedoch, dass die Transaktionskosten auch nach der von der EBA geforderten unbedingt geforderten Regulierung der virtuellen Währungen überhaupt aufrecht zu erhalten sind und andererseits werden doch die innerhalb der EU  bereits erlassenen bzw. noch in Planung befindlichen EU-Verordnungen  (SEPA-Regelungen) auflaufenden Transaktionskosten ohnehin minimiert bzw. die Transaktionsdauer ohnehin schon reduziert, sodass innerhalb der EU  überhaupt kein Bedarf für solche digitalen Währungen besteht.

Der Großteil der Studie beschäftigt sich mit den Risiken. Insgesamt werden mehr als 70+ Risiken identifiziert. Wobei hier wirklich aus dem Vollen geschöpft wird und so ziemlich alle möglichen Probleme- welche im täglichen Zahlungsverkehr auch auftreten – als massive mit den digitalen Währungen verbundene Risiken beschrieben werden. Da kann man schon fast  Böswilligkeit interpretieren. Da Levin Keller vom Blog BitcoinAge ohnehin schon einen guten Artikel zu den von der EBA identifizierten Risiken geschrieben hat: Die EBA auf dem Irrweg, möchte ich auf diese Risiken nicht näher eingehen.

Worauf ich eingehen möchte ist, sind die vorgeschlagenen Konsequenzen. Denn nach umfangreicher Aufzählung und Beschreibung der identifizierten Risiken schlägt  die EBA Regulierungsmassnahmen vor um ein entsprechendes Kontrollumfeld für die digitalen Währungen aufzubauen.

Und diese vorgeschlagenen Regulierungsmassnahmen  – und jetzt wird es wirklich unterhaltend – lesen sich wie eine Kopie der  bestehenden Kontrollinstanzen und Kontrollmassnahmen des momentanen Finanzsystems. Auf die Tatsache, das es sich im Gegensatz zu dem zentral „geschaffenen“ EURO um dezentral geschaffene digitale Währungen handelt, die hier kontrolliert werden sollen, wird nicht eingegangen:

Folgende Massnahmen sind zu setzen:

  • Gründung einer zentralen Aufsichtsbehörde (EBA?)
  • Geldwäscheerfordernisse
  • Mindestkapitalerfordernisse der Marktteilnehmer
  • Fit und Proper Erfordernisse der Geschäftsführung der Marktteilnehmer
  • Zwingende Incorporation der Marktteilnehmer in einem Land um eine „Klagsadresse“ zu haben
  • Sicherheit der IT-Systems
  • separate Kontenführungen
  • Bewilligungs- bzw. Konzessionsverfahren
  • usw.

Und da die Implementierung eines derartigen Kontrollsystems für digitale Währungen lange dauern wird, empfiehlt die EBA aufgrund der „überbordenden“ Risiken bis dahin den lokalen Aufsichtsbehörden den  Finanzinstituten jegliche Transaktion mit den digitalen Währungen zu verbieten „the EBA recommends that national supervisory authorities discourage credit institutions, payment institutions, and e-money institutions from buying, holding or selling VCs, thereby ‘shielding’ regulated financial services from VCs“.

Zusammengefasst empfinde ich das Papier als lächerlich und nicht ernstzunehmend. Interessant ist aber die Vehemenz mit der die EBA offensichtlich gegen virtuellen Währungen kämpft und damit eigentlich zeigt welches Potential sie selbst in den Währungen sehen.

Zum Schluß noch ein besonders unterhaltender Satz aus dem Papier, indem das momentan bestehende System als vielleicht nicht ganz ideal beschrieben wird (wohl die Untertreibung des Jahrhunderts :)):

„However, while from a philosophical viewpoint, some people may argue that a system based on a central bank with the authority to influence money supply is not ideal, it does not automatically mean that a superior alternative is to have money supply set by an algorithm, as in decentralised VC schemes“