Schweiz plant analog zu London und zu Singapur Sandbox für FinTechs

Lt. einem Artikel der Finanz- und Wirtschaft von heute (10.10. 2016)arbeitet der Schweizer Bundesrat an einem  Gesetzesvorhaben für die Finanztechnologie-Branche (FinTech). Eingeführt werden sollen einerseits eine «Bankenlizenz light» und andererseits ein regulierungsfreier Raum für Fintech-Start-ups: Im Rahmen dieser regulierungsfreien Raums sollen die Startups im Finanztechnologiebereich komplett oder teilweise ausgenommen werden aus der Bankengesetzgebung und nur mehr eingeschränkt unter die Aufsicht der FINMA fallen. Lt. dem Artikel der Finanz- und Wirtschaft ist auch geplant die steuerliche Situation der FinTech-Jungunternehmen zu verbessern. Diese Initiativen resultieren vor allem aus  der bereits vor einem Jahr erfolgten Bildung einer eigenen FinTech-Sektion in der Finanzmarktaufsicht und einer mit der Montary Authority of Singapore (MAS) abgeschlossenen Kooperationsvereinbarung. Schweiz plant analog zu London und zu Singapur Sandbox für FinTechs weiterlesen

Investitionen in Bitcoin-Startups wachsen rasant!

Basierend auf den bis dato 2014 durchgeführten Investitionen, können die Investitionen in BitcoinStartups bis zu  250 Millionen USDollar  in diesem Jahr erreichen. Das ist 150% Wachstum gegenüber den 99, 5 Millionen USD, die im Jahr 2013 investiert wurden.

Damit könnte eine immense Steigerungen gegenüber den Investitionen 2012 (2 Mio USD) erreicht werden.

Um die Beträge in die richtige Relation zu setzen:

Im ersten Quartal 2014 wurden insgesamt 492 Mio USD in Paymentstartups investiert, im Vergleich dazu  beliefen sich die Investitionen  in Bitcoin-Startups für das 1. Quartal 2014 lt. Coindesk auf 64 Mio USD ,  und entsprechend damit 13% der Gesamtsumme.
Die Befürworter der digitalen Währung vergleichen das disruptive Potential des Bitcoins immer wieder mit dem disruptiven Potential des Internets in den 80 bzw. 90er Jahren. Wendet man diesen Vergleich auch auf die damals gemachten Investitionen in die Internetstartups an , dann erreichen die Investitionen in BitCoin Startups nun das Niveau der Frühphaseninvestitionen in US InternetStartups im Jahr 1995 (nicht inflationsbereinigt). 

(Quelle: BI Intelligence)

Investments in Global Bitcoin Startups
INvestment in Global Bitcoin Startups

Potential des M-Payment Volumen für 2017

M-Payments
M-Payments

Laut einer Studie des Marktforschungsunternehmens Gartner aus dem Jahr 2013, soll das Volumen des Mobile Paymentmarktes  jährlich um 35 Prozent wachsen und von 235 Mrd. USD 2013 auf 720 Mrd. USD im Jahr 2017 steigen . Basis für diese Schätzung ist der weltweite Einzelhandelumsatz der 2013 150 Billionen USD betrug.  Die Anzahl der Mobile-Payment-Nutzer weltweit ist von 200,8 Millionen im Jahr 2012 auf  245,2 Millionen im Jahr 2013 gestiegen und soll 2017 450 Millionen Nutzer weltweit umfassen.

Interessant ist, das die Annahmen für das Wachstum des Near Field Communications (NFC) Transaktionswertes um mehr als 40 Prozent (über den gesamten Prognosezeitraum) aufgrund der enttäuschenden Annahme der NFC-Technologie in allen Märkten im Jahr 2012 gesenkt wurde.  Gartner prognostiziert, dass NFC bei nur etwa 2 Prozent der Gesamtwert der Transaktion im Jahr 2013 und bei 5 Prozent des Transaktionsgesamtwertes im Jahr 2017 angewendet wird, das Wachstum wird sich voraussichtlich  ab 2016 zu erhöhen, wenn die Durchdringung der Mobiltelefone mit NFC und kontaktloser NFC Lesegeräten steigen wird.

Vom Gesamtvolumen der Mobile-Payments 2013 entfallen  etwa 71 prozent auf Geldüberweisungen und 21 Prozent auf Wareneinkauf. Das Kauferlebnis auf mobilen Geräten muss noch optimiert werden, sodass der Anteil der  Wareneinkäufe auch für 2017 nur auf etwa 23 Prozent des Gesamtvolumens  steigen wird.

Das Ausmaß der Geldüberweisungen wird weiter steigen und soll 2017 69 Prozent des gesamten M-Payment Volumens ausmachen. Gartner prognostiziert hier mehr Transaktionen (wenn auch bei niedrigeren Werten) aufgrund der breiteren Verfügbarkeit der  Internetdienste und der Senkung der Transaktionskosten, v.a. im Vergleich zu Banken.

Aus regionaler Sicht wird erwartet, dass  der M-Paymentmarkt im pazifischen Raum/Asien auf 38 Prozent im Jahr 2013 wachsen wird , und wird damit ein Volumen von  74 Mrd. USD erreichen. Vor allem die entwickelten Märkten wie Südkorea und Singapur und in die sich  entwickelnden Märkte wie Indien sollen für Wachstum in diesem Markt sorgen. Als Ergebnis wird  im Jahr 2016 der asiatische Raum  Afrika mit einem Gesamtvolumen von 165 Mrd. USD überholt haben.  Der M-Paymenttransaktionswert Afrikas wird voraussichtlich 160 Milliarden Dollar im Jahr 2016 erreichen.

Der Transaktionswert in Nordamerika wird voraussichtlich um 53 Prozent im Jahr 2013 wachsen und damit  37 Mrd. USD betragen im Vergleich zu  24 Milliarden Dollar im Jahr 2012. Die Region ist momentan  von einer geringen Akzeptanz von NFC-Zahlungsdienste geprägt.

Der Transaktionswert in Westeuropa soll auf 29 Milliarden Dollar im Jahr 2013 steigen, nach 19 Milliarden Dollar im Jahr 2012. Der Markt wird ein stetiges Wachstum über den Prognosezeitraum erleben, aber das ursprünglich prognostizierte Wachstum  für 2013 wird nicht erreicht, da auch hier NFC nicht das erwartete Wachstum zeigte.

 

Weltweites Volumen der FinTechinvestitionen hat sich verdreifacht!

Laut der Accenturestudie Rise of Fintech New York, veröffentlicht am 25. Juni 2014, haben sich die weltweiten Investitionen in FinTechunternehmen seit 2008 fast verdreifacht und sind weltweit auf beinahe 3 Milliarden USD angestiegen.

Global FinTech Investments
Global FinTech Investments


Getrieben durch die  dramatischen Veränderungen im Finanzdienstleistungssektor, hervorgerufen durch die  Digitalisierung, zunehmender Regulierung, einem geänderten Verbraucherverhalten sowie dem vorherrschenden Kostendruck, erwartet  Accenture  eine weitere massive  Zunahme der Investitionen in FinTechprojekte auf 8 Milliarden USD im Jahr 2018.

In den vergangenen drei Jahren sind die weltweiten Investitionen in FinTech Startups vier Mal schneller gewachsen als die Venture Capitalinvestitionen anderer Branchen. Seit 2008 ist der Deal-Flow in der FinTechventurebranche mit einer jährlichen Wachstumsrate von 27 Prozent gestiegen und der Wert der Transaktionen hat sich um jährlich 26 Prozent erhöht.

FinTech Investments
FinTech Investments

Das erste Quartal 2014 war mit 1,7 Milliarden USD Investments und 167 abgeschlossenen Deals das bis dato aktivste  Quartal  für globale FinTech Investitionen weltweit.


Anzumerken ist, das der Löwenanteil der FinTechinvestitionen mit 83 % der weltweiten Investitionen 2013   (fast 1 Milliarde USD im ersten Quartal 2014) auf die Vereinigten Staaten entfällt.

Einerseits haben die Möglichkeiten der  Open-Source-Software-und der Cloud-Technologie die Eintrittsbarrieren für neue Fintechnologie-Startups gesenkt. Gleichzeitig  stehen die Finanzinstitute weltweit zunehmend unter  Druck, die Kosten zu senken und gleichzeitig die  Wachstumschancen, die sich durch die digitale Revolution ergeben zu nutzen, jedoch verunmöglichen die Hinterlassenschaft der Finanzkrise und strengeren Kapitalrichtlinien defacto“ In-house Innovationen“. Dies resultiert in einer zunehmenden Investitionsbereitschaft von Finanzinstituten in FinTechstartups. 

Mobilen Technologien werden den Finanzdienstleistungssektor drastisch verändern, speziell dem Zahlungsverkehr wird weltweit eine massive Transformation vorausgesagt (Stichwort: Mobile Payment).
Durch die Partnerschaft mit innovativen Start-ups, können Finanzdienstleistungsunternehmen ihre Wettbewerbsposition massiv verbessern, was die zunehmenden Investitionen der Finanzinstitute in FinTechstartups erklärt.

So haben beispielsweise die BBVA und Sberbank  2012 bzw. 2013 100 Millionen USD schwere Fonds gestartet, um in FinTech Start-ups zu investieren. Accenture geht davon aus, das dementsprechend in den nächsten Jahren noch mehr Geld aus dem Finanzdienstleistungssektor in FinTechstartups fliessen werden und diese Investitionen einen Großteil der prognostizierten 8 Milliarden USD für 2018 ausmachen werden.  Auch Santander UK hat einen großen FinTech Venturefonds Anfang Juli 2014 gestartet. Als Grund nannte Santander das lt.  Accenture  nur 10% der FinTech Innovationen von Banken gemacht werden, 60% kommen von Venturefinanzierten Startups.