Eine Crowdfundingkampagne für Bücher zum Blockchain-Thema

Business BlockchainsIch glaube tatsächlich, dass das Thema Blockchain – vor allem basierend auf solchen Lösungen, an denen Ethereum Foundation und die ganzen Startups, die daraus entstanden sind wie Consensys, Slock.it arbeiten – das Potential hat, die Wirtschaftsabläufe massiv zu verändern.

Es gibt ein paar Blogger, die das Potential dieses neuen Themas schon vor einigen  Jahren erkannt haben und einen großen Beitrag zur Aufklärung und Diskussion des Themas geleistet haben und noch immer leisten. Einer davon ist  William Mougayar. William Mougayr ist Blogger, Unternehmer und Investor (Virtual Capital Ventures), er sitzt im Advisory Board der Ethereum Foundation, hält jede Menge Vorträge und schreibt sowohl für Forbes als auch für das WSJ zum Blockchain Thema und berät unzählige Banken zu diesem Thema.

Ich kenne vor allem seinen Blog  www.startupmanagement.org den ich immer interessiert lese. Nun will William Mougaya zwei Bücher zum Thema Business Blockchains schreiben, er hat dafür eine Kickstarterkampagne

gestartet die bereits sehr prominente Unterstützer gefunden hat wie Fred Wilson. Ich bin auch Unterstützerin und freue mich schon sehr auf die ebooks. Also vielleicht will ja noch jemand unterstützen..

Blockchain: ein mehr als spannendes Thema!

Asset registry exampleWährend die Bitcoin Ökosphäre immer noch darüber diskutiert ob nun der bekannte Bitcoin Core-Entwickler Mike Hearn mit seinem Artikel auf Medium: The resolution of the bitcoin experiment  recht hatte bzw. wann nun denntatsächlich die Blocksize auf 2 MB erhöht wird oder auch nicht, entwickelt sich das Thema der dezentralen Blockchains in einem immensen Tempo.

Am 28. Januar 2016 verlautbarte die  große internationale Beratungsgesellschafte PWC eine strategische Partnerschaft mit dem U.S. Startup Blockstream (oben genannter Mike Hearn gehört übrigens zum Team dieses Startups)  zum Thema Blockchain – um wie sie verlautbarten die Blockchaintechnologie weltweit den Klienten des Unternehmens anbieten zu können.
Am selben Tag veröffentlichte Deloitte, ein weiteres weltweit tätiges Beratungsunternehmen, ebenfalls eine Ausarbeitung zum Thema Blockchaintechnologie. In dem Papier  (hier zum runterladen) wird die grundsätzliche Methodik  der dezentralen Blockchains als auch die möglichen Anwendungen in den einzelnen Marktsegmenten (Finanz, Versicherungen, öffentlicher Sektor, Medienbereich)  sehr gut beschrieben. Deloitte weist hier auch darauf hin,  das neue Blockchain Anwendungen die weltweite Einführung beschleunigen werden.
Am 23. Jänner  2015 verlautbarte das New Yorker Blockchain Konsortium R3 ein erstes erfolgreichreich durchgeführtes verteiltes Ledger Experiment  unter Verwendung von Microsoft Azure (Blockchain as a Service EBaaS) basierend auf der Ethereum Blockchain.

Microsoft war erst im Oktober 2015 eine Kooperation mit Consensys, einem Ethereum Blockchain Startup –  gegründet von Joseph Lubin, einem Mitgründer der Ethereum Foundation – eingegangen.  Wie sehr Microsoft in das Bitcoin/Blockchain Business (Blockchain as a service) einsteigen will, zeigen auch die inzwischen zusätzlich in den letzten Monaten geschlossenen Kooperationen mit dem Bitcoinzahlungsanbieter BitPay; mit der Blockchain Plattform Manifold Technology; Bitcoin Taxservicesanbieter LibraTax und dem Proof of ownership Blockchainanbieter Emercoin.

Welche Bedeutung die Ethereum Blockchainlösung für die weitere Entwicklung im gesamten Blockchain Thema haben kann,  zeigt auch das  fünf der  vom Online-Magazin Finyear gekürten 10 vielversprechendsten Blockchain Startups für 2016 auf dezentralen Anwendungen (Daaps) der Ethereum Blockchain Technologie basieren:  Provenance,  Consensys, Ethcore, SlockIT, Ethereum.

Seit das Ethereum Ende Juli 2015 die erste funktionsfähige Softwareversion Frontier veröffentlicht hat (Ende Juli 2015), sind basierend auf dieser Entwicklungsumgebung unzählige Projekte entstanden.Ethereum  will ein „Web 3.0“ erschaffen – ein vollständig dezentrales Internet der DAPPs (dezentrale Anwendungen) und Smart Contracts.
Ethereum wird oft als die Bitcoin 2.0 Lösung beschrieben, auch weil viele der  in der Bitcointechnologie  identifizierbaren Shortcomings gelöst wurden.

Die Technologie  ist
•  unbegrenzt skalierbar, da sie nicht auf Servern ausgeführt wird (keine Blocksizedebatte!)
• Bestätigungen brauchen lediglich 7 Sekunden (Bitcoin braucht durchschnittlich 10 Minuten)
• Nachweis der Beteiligung wird Nachweis der Arbeit zu ersetzen (so als sehr effizient)
• Nodes und auch das Mining kann auf allen Geräten installiert/ausgeführt werden. (keine Gefahr der industriellen Konzentration wie bei Bitcoin)

Der Bitcoin-Core war von Satoshi Nakamoto vor allem als  „peer to peer digitales Zahlungsmittel“ im Gegensatz zu analogen Fiatsystem konzipiert, die Ethererum Blockchaintechnologie von Vitalik Buterin (der Gründer von Ethereum) ist mit ihrer umfangreichen Programmierbarkeit vor allem ausgerichtet auf sämtliche Arten von Smart Contracts. Der Ether (die Kryptowährung von Ethereum) ist nur als Transaktionsmittel gedacht.

Mein Buch zur Kryptoökonomie

Ich habe in den letzten Monaten sehr intensiv an meinem Buch zum Thema Blockchain -Kryptoökonomie gearbeitet und es liegt jetzt endlich beim Lektorat. Auch das Vorwort ist fertig und gibt einen guten Eindruck um was es geht:

1 Vorwort
In the future I see a public Blockchain – whether that’s Bitcoin or some other open one in the future which is a way of registering ownership of all sorts of assets and it’s a way of transferring ownership of those assets in a single system that can be read by all of the right people and none of the wrong people. So it becomes very simple for me to swap my dollars for your IBM shares, or your pounds for my house. Any asset that we assign a value to and want to be sure about who owns it can be registered using this technology.” – James Smith, CEO of Elliptic
Stellen Sie sich vor, Sie wachen an einem Sonntagmorgen irgendwann in der nahen Zukunft auf. Das Wetter ist traumhaft und sie beschließen, sich mit ihren Freunden auf einen Brunch zu treffen. Sie schnappen sich ihr Smartphone und öffnen dort Ihren persönlichen Lifestyle-Assistenten. Das ist eine App, die Ihr Nutzungsverhalten kennt und Sie in ihren Entscheidungen des täglichen Lebens unterstützt. Ohne einen derartigen Lifestyle-Assistenten ließe sich das Leben in dieser nahen und vollständig digitalisierten Zukunft auch nicht bewältigen.
Wie heute bereits bei Siri von Apple kann man natürlich mit der Lifestyle-App mündlich kommunizieren. Sie beauftragen Ihren Lifestyle-Assistenten also, ein geeignetes Lokal für den Brunch auszusuchen und den Zeitpunkt für den Brunch auch gleich mit den Lifestyle-Assistenten Ihrer Freunde abzustimmen. Das Lokal ist schnell ausgewählt, die kommunizierenden Lifestyle-Assistenten haben auch rasch den optimalen Zeitpunkt dafür abgestimmt.
Ihr Lifestyle-Assistent bestellt also einen Tisch für 5 Personen, zahlt sofort per Kryptowährung die Reserverierungsgebühr und Sie erhalten umgehend den Online-Voucher. Dieser enthält auch eine Gutschrift für ein vollautomatisches Car-Service. Mittlerweile ist der Straßenverkehr durch selbstfahrende Autos geprägt, die nach dem Prinzip des Car-Sharings funktionieren. Im Stadtbereich befindet sich das nächste Auto üblicherweise innerhalb von 100 – 150 Meter von eigenen Standort entfernt. Sollte sich einmal kein Auto in der Nähe befinden, kann man per Smartphone eines zu seinem Standort beordern.
Die Autos werden über das Internet und entsprechende Applikationen und Leitsysteme gesteuert. Seit Einführung der selbstfahrenden Autos hat sich die Anzahl der Verkehrsunfälle ebenso dramatisch reduziert wie die Umweltbelastung durch den Autoverkehr.
Ihr Lifestyle-Assistent erkundigt Sich nun bei ihnen, ob sie den Voucher einlösen und einen Car-Service bestellen wollen. „Natürlich“, sagen Sie. Also wird das passende Angebot ausgewählt und bestellt. Damit erfolgt die Einlösung des Vouchers, die Bestätigung der Einlösung des Vouchers samt exaktem Standort Ihres Autos wird auf Ihr Smartphone gesandt. Das für Sie bereitgestellte Auto befindet sich nur knapp 30 Meter von Ihrem Hauseingang entfernt. Mit dem digitalen Voucher auf ihrem Smartphone öffnen sich die Türen des Autos automatisch, sobald Sie sich dem Auto auf einen Meter genährt haben. Da das Fahrziel bereits vorab bekanntgegeben wurde, müssen Sie nach dem Einsteigen nichts mehr machen. Denn jedes dieser Autos verfügt über die jeweils aktuellste Kommunikationstechnologie und eignet sich daher bestens als mobiles Büro. Da diese intelligenten Autos so gut wie keine Unfälle verursachen, brauchen sie auch keinen Sicherheitsgurt und alle Sitze sind zur Mitte des Autos hin ausgerichtet.
Hier lesen Sie noch kurz auf ihrem Pulschannel die wichtigsten Schlagzeilen in den für sie interessanten Onlinemedien auf ihrem Tablet bei einer Tasse Kaffee. Danach machen Sie noch ein paar kurze Postings auf Facebook. Für jedes Like oder jeden Kommentar zu einem Posting bekommen Sie von Facebook ein paar Coins gutgeschrieben. Da sie viele Freunde auf Facebook haben und fleißig posten, reicht das Einkommen von Facebook üblicherweise aus, um ihre monatlichen Kosten für die Nutzung des Internets zu bezahlen.
Die Tür Ihrer Wohnung hat sich hinter ihnen geschlossen, sobald sie den Hauseingang verlassen hatten. Die Tür zu ihrem Zuhause kann nur von Personen geöffnet werden, die im Besitz eines speziellen Krypto-Tokens sind, der von ihnen unter Nutzung kryptographischer Verschlüsselung auf die Smartphones der Personen übertragen wurde.
Alles in Ihrem Haus, von Ihrem Toaster bis zu ihrer Waschmaschine ist digital gesteuert und an das Internet angeschlossen. Die Geräte können daher von überall auf der Welt kontrolliert werden. Viele Haushaltsgeräte sind darüber hinaus nicht gekauft, sondern im Rahmen von sogenannten Nutzungsverträgen von den Herstellern bereitgestellt. Wie beispielsweise die Kaffeemaschine. Jeder konsumierte Kaffee wird sofort von Ihrem beim Verleiher hinterlegten Kryptowährungsguthaben abgezogen. Ähnlich funktionieren ihre Waschmaschine, Ihr TV-Gerät, Ihr Computer und natürlich Ihr 3D-Drucker. Der 3D-Drucker ist so gut wie unverzichtbar für Haushalt und Büro. Kleine Dinge des täglichen Lebens werden real-time vom 3D-Drucker erzeugt. Auch Strom, Gas und Wasser werden real-time abgerechnet und bezahlt.
Sie zahlen für fast alle Dinge des Lebens pro Nutzung und konsumierter Menge real-time. Mittels Nutzung der Kryptowährungen sind Bezahlungen solcher Klein- und KIeinstbeträge kein Problem mehr. Früher, als der Zahlungsverkehr noch über Banken abgewickelt wurde, wäre das nicht möglich gewesen. Das wäre viel zu teuer gewesen. Aber in dieser nahen Zukunft sind so gut wie alle Dinge des täglichen Lebens „intelligente Dinge“, ausgestattet mit Mikroprozessoren, Applikationen und an das Web angeschlossen. Erwerb und Nutzung erfolgt über sogenannte Smart Contracts, also intelligente Verträge. Die Algorithmen dieser Verträge steuern die mit ihnen verbundenen Dinge automatisch, sorgen im Bedarfsfall – wie bei der Kaffeemaschine – für Nachschub oder stellen, falls keine Zahlung erfolgt, die Nutzungsmöglichkeiten ein. Dafür braucht es keine Menschen mehr. Das „Internet-der-Dinge“ funktioniert von Maschine zu Maschine.
All das wird ermöglichen, dass wenn Ihnen auf ihrem Weg zum Brunch plötzlich einfallen sollte, das Sie vergessen haben die Waschmaschine einzuschalten, dieses Versäumnis durch Druckknopf nachzuholen.

Ohne nun um die Vor- bzw. die Nachteile dieses nach Science Fiction klingende Szenario einzugehen, sollte uns klar sein das dieses Szenario bereits innerhalb von wenigen Jahren Realität werden könnte.
Für die Realisierung von Internet of Things (IoT) und intelligenter Verträge (Smart Contracts) ist Sicherheit der IT-Systeme eines der noch viel diskutierten Elemente. Dieses Thema der Sicherheit kann nun mit dem Konzept der dezentralen kryptographischen Datenbanken vielversprechend adressiert werden. Die Bitcoin Blockchain hat inzwischen bewiesen, dass selbst hohe Werte auf der Blockchain sicher zugeordnet und transferiert werden können. Während Wallets und Unternehmen der Bitcoinökosphäre immer wieder gehackt werden, ist das Bitcoin Protokoll bis dato stabil und die Anzahl der durchgeführten Transaktionen wächst stetig. Experten schätzen, dass bis zum Jahr 2020 weltweit bereits mehr als 50 Milliarden intelligente Dinge an das Internet angeschlossen sein könnten.
So wie im frühen Web der 90er Jahre niemand solche Entwicklungen wie YouTube und Facebook vorhersehen konnte, entstehen derzeit unzählige Anwendungen, in denen die Kryptowährungstechnologie auf unvorhergesehene Weise genützt wird. Die pseudonyme Rückverfolgbarkeit digitaler Werte im Bitcoin-Netzwerk kann beispielsweise auch eingesetzt werden, um den Zeitpunkt der Entstehung damit verknüpfter Dokumente nachzuweisen. Auch das ganze Thema Mikropayment wird in den nächsten Jahren hoffentlich neu geschrieben – Bezahlsysteme für Apps und In-App-Einkäufe sollten sich an Open-Source-Prinzipien orientieren und nicht Unternehmen wie Google, Apple und Microsoft überlassen werden.
Bitcoin als Protokoll, also als Basis für Anwendungen, steht heute in seiner Entwicklung erst da, wo das World Wide Web in den frühen 90er Jahren war und doch spricht ddie Bank von England, bereits vom Internet des Geldes , während die Federal Reserve Bank von St. Louis es als Geniestreich bezeichnet. Das Weltwirtschaftsforum wiederum sieht die Blockchain als einen der sechs Megatrends der nächsten Jahre . Eine Studie des Weltwirtschaftsforums, veröffentlicht Ende September 2015 geht davon aus, dass bereits 2017 die Blockchain Technologie Mainstream wird und das bereits 2025 die Regierungen ihre Steuern über dezentralen Datenbanken automatisiert erhalten.
Noch betonen all die Befürworter der dezentralen Datenbanken aus dem Finanzbereich, dass sie nur die Idee der Blockchain an sich befürworten, aber von bitcoin als Zahlungsmittel und auch vom genutzten Geldschöpfungsform (dem Miningprozess) nichts halten bzw. von der Nutzung abraten. Und doch ist der momentane Hype um die Vorteile der dezentralen Datenbanken auch bei den Finanzinstituten der erste Schritt sich mit den Kryptowährungstechnologien auseinanderzusetzen und ihre archaische Backend-Systeme mit all ihren schwerfälligen Verzögerungen und unnötige Kosten abzulösen. Und dann wird es viel einfacher sein zu verstehen das Blockchains ohne Kryptowährungen nur der erste Schritt sein können in eine neue Welt mit vielen Möglichkeiten. Diese Zeit werden die Kryptowährungstechnologien ohnehin noch brauchen um ihre eindeutig gegebenen Unzulänglichkeiten wie die eingeschränkte Skalierbarkeit des Systems, hoher Energieverbrauch des Geldschöpfungsverfahrens, usw. noch auszumerzen.
Geld stellt im Bitcoin-System einen digitalen programmierbaren Wert dar. Dadurch dass es sich bei der Bitcoin-Technologie um eine Open Source Technologie handelt, haben die weltweit intelligentesten und kreativsten Software-Entwicklern eine offene Plattform, auf der sie Produkte und Dienstleistungen entwickeln , die es Einzelpersonen, Organisationen und sogar Maschinen, ermöglichen werden Transaktionen flexibler, effizienter und produktiver auszuführen.
Ich bin fasziniert von den Möglichkeiten dieser neuen Technologie und hoffe mit diesem Buch einen ersten Eindruck von dem möglichen Potential und von der damit einhergehenden neuen Wirtschaftsordnung geben zu können.

Weltweit soll Crowdfunding auf über 34,4 Milliarden USD steigen 2015

Lt. dem aktuellen Massolution Research Bericht soll sich das gesamte weltweite über  Crowdfunding aufgebrachte Volumen  bis 2015 auf  34,4 Milliarden USD erhöhen und sich damit gegenüber 2014 (Volumen von 16 Milliarden USD) mehr als verdoppeln.
2014 hat sich das Volumen gegenüber dem Vorjahr 2013 (6,1 Milliarden USD) verdreifacht. Das starke Wachstum im vergangenen Jahr ist großteils bedingt durch  die Zunahme der Crowdfundingaktivitäen im asiatischen Raum.  wobei interessanterweise vor allem der p2p und p2b Kreditmarkt  im chinesischen Markt stark anstieg. Weltweit entfiel 2014 auf den lending-based Crowdfundingbereich  mit einer gesamten erreichten Summe von 11,08 Milliarden USDollar unumstritten das massivste Wachstum gefolgt vom equity-based Crowdfunding.
Die folgende Grafik zeigt in welche Branchen das Geld floß:

Massolution 2015 Report
Massolution 2015 Report

 

Punktation zum neuen Crowdfundinggesetz (auch AltFG) in Österreich liegt vor!

AltFG
Crowdfundinggesetz

Gut ein Jahr verspätet, aber schließlich doch wurde dieser Tage eine Punktation zum Alternativfinanzierungsgesez (AltFG) im Ministerrat beschlossen:

Das wichtigste vorab: der Gesetzesentwurf betrifft nur Crowdinvestingmodelle, keine reward-based Aktionen und auch keine donation-based Kampagnen.

Das neue Crowdfundinggesetz wird somit nur die Finanzierung von Unternehmen (kann auch natürliche Person sein) betreffen, die mittels alternativer Finanzierungsinstrumente durch ein öffentliches Angebot (an 150 Personen oder mehr) erfolgen soll. Der Begriff alternative Finanzierungsinstrumente umfasst dabei Aktien, Anleihen, Geschäftsanteile an einer Genossenschaft, Genussrechte, stille Beteiligungen und partiarische Nachrangdarlehen (kein unbedingter Rückzahlungsanspruch darf gegeben sein). (Kommentar: In der Punktation sind GmbH-Anteile und KG-Anteile nicht angeführt – es bleibt zu hoffen, dass es sich dabei nur um einen Redaktionsfehler handelt)

Es werden neue Informationspflichten eingeführt, ein sogenanntes Schema-F-Prospekt, ein erleichtetes Kapitalmarktprospekt soll geschaffen werden, wobei folgende Schwellen vorgesehen sind:

  • 100.000 bis 1,5 Mio: Informationsverpflichtung AltFG (Ausnahme Aktien und Anleihen, für diese ist bereits ab 250.000 € ein vereinfachter Prospekt (Schema F lt. KMG neu) zu erstellen)
  • 1,5 Mio bis 5 Mio: Schema F lt. KMG neu
  • ab 5 Mio: Kapitalmarktprospekt (wie bisher)

Der Anlegerschutzgedanke ist in den vorgesehenen Einzelanlagebeschränkungen für nicht professionelle Anleger berücksichtigt (professionelle Anleger haben keinerlei Beschränkung):

  • 5.000 Euro pro Investor pro Projekt
  • oder das 2-fache des durchschnittlichen Monatsnettoeinkommens – wenn diese Summe höher ist als 5.000 Euro
  • oder 10% des Finanzanlagevermögens – wenn diese Summe höher ist als 5.000 Euro.

Die Überschreitung der 5.000 Euro Grenze ist über eine Selbstauskunft des Anlegers gegenüber der Plattform oder im direkten Verhältnis gegenüber dem vom Emittenten für die Prüfungsverpflichtung beauftragten Dritten möglich.

Das maximale Volumen pro Emittent innerhalb von 7 Jahren beträgt 5 Mio Euro. Werden 5 Mio Euro in 7 Jahren überschritten, ist ein Vollprospekt nach KMG zu erstellen.

Die rechtlichen Anforderungen an die Plattformbetreiber steigen hinsichtlich Berufsbefähigungsnachweis, sowie verlangter Due Diligence der Projekte und Transparenz.

Für Emittenten, die sich ohne Nutzung einer Plattform an Anleger wenden (Beispiel: Grüne Erde) gelten obige Kriterien detto. Gleichzeitig besteht weiters eine formelle Prüfungspflicht (=Due Diligence, die bei Projekten, die über eine Plattform durchgeführt werden, durch die Plattformen gemacht wird) der benötigten Informationsunterlage (bis 1,5 Mio s.o.) durch externe Berater, Unternehmensberater, Steuerberater, Rechtsanwälte usw. (Kommentar: Diesbezüglich sehe ich noch eine sehr interessante Diskussion unter den jeweiligen Berufsständen auf uns zukommen). Diese Emittenten müssen auch die KYC und AML (Geldwäschebestimmungen usw.) einhalten.

Im Vergleich zum Entwurf zum dt. Kleinanlegerschutzgesetz hat die Bundesregierung offensichtlich wirklich erkannt, das Crowdfunding eine Möglichkeit aufzeigt, wie „privates“ Geld in die KMUS hineinfließen kann, v. a. wird die Möglichkeit Finanzbeteiligungen auch ohne Nutzung einer Plattform (so wie Staudinger oder die grüne Erde, das erfolgreich vorgezeigt haben) in Österreich nach diesem Vorschlag der Bundesregierung weiter bestehen bleiben (ist nicht vorgesehen nach dem dt. Entwurf). Nun bleibt abzuwarten, wann (es liegt kein Zeitplan vor) und wie es zur Umsetzung dieser durchaus guten Ansätze kommen wird.  Das Problem könnte nämlich durchaus im Detail liegen…so gilt es den „professionellen Anleger“, „die formellen Prüfungspflichten“ und den Terminus „Finanzanlagevermögen“ wohl erst zu definieren.

Schade ist das keinerlei steuerlicher Anreiz für diese neue Form der alternativen Finanzierung bis dato vorgesehen worden ist.

 

 

Bewertung von Startups

Berufsbedingt beschäftige ich mich ja ständig mit der Bewertungsproblematik von Startups und bin immer wieder froh, wenn ich entsprechendes Material bekommen. Insofern mein Dank an das AAIA wo im Jänner d.J. eine Veranstaltung zum Thema Bewertung von Startups stattgefunden hat. Hier dazu die Präsentation von Herwig Springer, CEO i5Invest.

University of Cambridge/Ernst Young Studie zum Thema Crowdfunding

E&Y Crowdfunding
E&Y Studie zum Thema Crowdfunding

Vor einigen Tagen hat die Universität of Cambridge gemeinsam mit Ernst & Young eine Studie zum Thema Crowdfunding herausgegebracht, in der auf die Entwicklungen im alternativen Finanzierungsbereich in den letzten Jahren eingegangen wird.

Das Interessante dabei ist vor allem die offensichtliche Diskrepanz zwischen Grossbritannien und den restlichen europäischen Ländern. Der Unterschied ist sowohl in Beträgen als auch in der offensichtlichen positiven Vorgangsweise der Behörden des Landes immens. Das gesamte in Grossbritannien aufgebrachten Crowdfundingvolumen bis dato beträgt rund 3,5 Milliarden Euro (davon 2014: 2,3 Mio Euro) im Vergleich zu Deutschland von rund 236 Mio Euro (2014: 140 Mio Euro)  und Frankreich von 253 Mio Euro (2014: 154 Mio Euro).

Österreich weist laut Studie ein Volumen von 3,6 Mio Euro aus und liegt damit knapp vor den osteuropäischen Ländern. Pro Einwohner ergibt das einen Betrag von 0,4 pro Einwohner. Bei dieser Zahl dürfte jedoch nicht Modelle wie die grüne Erde, Staudinger usw. erfasst sein. Nur diese Modelle dürften in den anderen Ländern auch nicht erfasst sein – insofern ergibt sich wieder eine Vergleichbarkeit, die zum selben Ergebnis führt.

2014 Crowdfundingzahlen in Europa
2014 Zahlen Crowdfunding in Europe

Jener Bereich der in Grossbritannien und sicher auch bald in Deutschland durch die von rocket Internet betriebenen Crowdlendingplattformen ein großes Wachstum aufweisen sind Crowdlendingplattformen im p2p und bp2B Bereich und da tut sich in Österreich mit Ausnahme der Lendico.at (auch Rocket Internetstartup) nichts.

Lt. den gestrigen Aussagen bei der Private Equity Veranstaltung wird von der österreichischen Regierung ja eifrig an einem Gesetzesvorschlag gearbeitet, der dann das Potential des Crowdfundings auch in Österreich „erst so richtig ermöglichen wird“. Wir werden sehen…

 

 

Bitcoin-Symposium am 3. März, mein Crowdfunding Buch usw.

 

bitcoin
bitcoin

Ich nutze den Blog ja vor allem auch um zu dokumentieren, was ich so im Netz finde und mache mir meine Gedanken darüber. Das gestrige Event – Bitcoin Symposium vom 3.3. 2015 am Juridicum Wien – hat mir wieder gezeigt, was für ein Potential die Themen Crowdfunding und vor allem Bitcoin haben und was für tolle  Startups es aus diesen Themenbereichen  sowohl in Österreich als auch in den Nachbarstaaten gibt. Also werde ich wieder mehr schreiben und damit dokumentieren..

Mein Buch zum Thema Crowdfunding gibt es übrigens seit Ende Dezember 2014 bei amazon.de zum Bestellen bzw. zum Runterladen.  Es war absolute Schwerarbeit, hat aber von wegen Wissen sehr viel gebracht und liest sich hoffentlich auch ganz interessant.

Gestern Abend gab es übrigens nach der Bitcoin Veranstaltung auf der Universität noch eine Private Equity Diskussion mit Regierungsvertretern Österreichs: Nach einer Bestandsaufnahme über die miese Situation des Seedfinancings (mal abgesehen vom Bund) (siehe die Folien hier von Thomas Jud und Dr. Marchart/AVCO) gaben die Regierungsvertreter ihre Statement ab und wiesen vermehrt (wenn nicht schon inflationär) auf die doch so tollen Möglichkeiten von Crowdfunding hin. Man ging sogar so weit, sich über die Vorgangsweise der FMA gegen Staudinger zu echauffieren (übrigens ein Vertreter der SPÖ) – „also wirklich, wo doch im sogenannten „regionalfunding“ die Zukunft der Finanzierung in Österreich liege“. Im Vergleich zu den Aussagen der Regierung vor Jahren zu diesem Thema, wohl ein echter Fortschitt.

Als dann ein Bitcoin Unternehmer aus dem Ausland (übrigens ein tolles Startup) darauf hinwies, das noch viel mehr Möglichkeiten in der Bitcoin Technologie liegen würde und doch die Regierung dieses Potential nutzen sollte – herrschte seitens der Diskutanten allgemeines Unverständnis.

Interessant an diesem Private Equity Panel war die Teilnahme von Speedinvest, vertreten durch Michael Schuster,  die ja gestern früh das erfolgreiche Closing einer Finanzierungsrunde von 58 Mio Euro verkündeten, eingesammelt von 90 Privatinvestoren mit jeweils über 300.000 € Einzelinvestments. Eine tolle Leistung von Oliver Holle. Einfach grossartig.

 

Bitcoin Legislation in England

Brief 9/14 Tax treatment of activities involving Bitcoin and other similar cryptocurrencies sets out HMRC’s tax position and focuses on the  Value Added Tax, Corporation Tax, Income Tax and Capital Gains Tax treatment.

For VAT purposes and until the treatment is decided by the EU, HMRC have highlighted the following:

  • 1.Income received from Bitcoin mining activities will generally be outside the scope of VAT on the basis that the activity does not constitute an economic activity for VAT purposes because there is an insufficient link between any services provided and any consideration received.
  • 2. Income received by miners for other activities, such as for the provision of services in connection with the verification of specific transactions for which specific charges are made, will be exempt from VAT under Article 135(1)(d) of the EU VAT Directive as falling within the definition of ‚transactions, including negotiation, concerning deposit and current accounts, payments, transfers, debts, cheques and other negotiable instruments
  • 3. When Bitcoin is exchanged for Sterling or for foreign currencies, such as Euros or Dollars, no VAT will be due on the value of the Bitcoins themselves.
  • 4. Charges (in whatever form) made over and above the value of the Bitcoin for arranging or carrying out any transactions in Bitcoin will be exempt from VAT under Article 135(1)(d) as outlined at 2 above.”

They have also stated that “in all instances, VAT will be due in the normal way from suppliers of any goods or services sold in exchange for Bitcoin or other similar cryptocurrency. The value of the supply of goods or services on which VAT is due will be the sterling value of the cryptocurrency at the point the transaction takes place.”

They have also stated that “the treatment of income received from, and charges made in connection with, activities involving Bitcoin and other similar cryptocurrencies will be subject to Corporation Tax, Income Tax or Capital Gains Tax depends on the activities and the parties involved.” They state that “businesses which accept payment for goods or services in Bitcoin there is no change to when revenue is recognised or how taxable profits are calculated.”

Clearly the treatments are fluid and evolving and businesses and advisers will need to recognise that tax treatments may change.