Strengere EU-Regelungen für Bitcoin-Börsen und Walletanbieter geplant

EU-Kommission
Proposal for Bitcoin-Regulation

Mit dem Vorschlag der EU-Kommission vom 5. Juli 2016 zur Ausdehnung des Geltungsbereichs der 4. Geldwäscherichtlinie soll der Begriff der „Verpflichteten“  (Artikel 2, Absatz 1) nun auch die Umtausch-Plattformen für virtuelle Währungen (exchanges)  und Anbieter von elektronischen Geldbörsen  (virtual currency custodian wallet providers) umfassen. Damit müssen diese Dienstleister analog zum gesamten Finanzsektor und bestimmten Dienstleister aus dem Nicht-Finanzsektor, zum Beispiel Notare, Rechtsanwälte und Anbietern von Glücksspieldiensten den in der 4. Geldwäsche-Richtlinie vorgesehenen KYC-Regelungen entsprechen.

Gemäß diesen KYC-Regelungen muss  jeder Verpflichtete  individuelle Geschäftsbeziehungen und Transaktionen auf deren jeweiliges Geldwäscherisiko hin prüfen, Insbesonderen muss eine vollständige Kundenverifikation durchgeführt werden,  und es ist behördliche Meldung zu erstatten, wenn es einen Verdacht auf Geldwäsche oder Terrorfinanzierung gibt. Strengere EU-Regelungen für Bitcoin-Börsen und Walletanbieter geplant weiterlesen

Eine Crowdfundingkampagne für Bücher zum Blockchain-Thema

Business BlockchainsIch glaube tatsächlich, dass das Thema Blockchain – vor allem basierend auf solchen Lösungen, an denen Ethereum Foundation und die ganzen Startups, die daraus entstanden sind wie Consensys, Slock.it arbeiten – das Potential hat, die Wirtschaftsabläufe massiv zu verändern.

Es gibt ein paar Blogger, die das Potential dieses neuen Themas schon vor einigen  Jahren erkannt haben und einen großen Beitrag zur Aufklärung und Diskussion des Themas geleistet haben und noch immer leisten. Einer davon ist  William Mougayar. William Mougayr ist Blogger, Unternehmer und Investor (Virtual Capital Ventures), er sitzt im Advisory Board der Ethereum Foundation, hält jede Menge Vorträge und schreibt sowohl für Forbes als auch für das WSJ zum Blockchain Thema und berät unzählige Banken zu diesem Thema.

Ich kenne vor allem seinen Blog  www.startupmanagement.org den ich immer interessiert lese. Nun will William Mougaya zwei Bücher zum Thema Business Blockchains schreiben, er hat dafür eine Kickstarterkampagne

gestartet die bereits sehr prominente Unterstützer gefunden hat wie Fred Wilson. Ich bin auch Unterstützerin und freue mich schon sehr auf die ebooks. Also vielleicht will ja noch jemand unterstützen..

Blockchain: ein mehr als spannendes Thema!

Asset registry exampleWährend die Bitcoin Ökosphäre immer noch darüber diskutiert ob nun der bekannte Bitcoin Core-Entwickler Mike Hearn mit seinem Artikel auf Medium: The resolution of the bitcoin experiment  recht hatte bzw. wann nun denntatsächlich die Blocksize auf 2 MB erhöht wird oder auch nicht, entwickelt sich das Thema der dezentralen Blockchains in einem immensen Tempo.

Am 28. Januar 2016 verlautbarte die  große internationale Beratungsgesellschafte PWC eine strategische Partnerschaft mit dem U.S. Startup Blockstream (oben genannter Mike Hearn gehört übrigens zum Team dieses Startups)  zum Thema Blockchain – um wie sie verlautbarten die Blockchaintechnologie weltweit den Klienten des Unternehmens anbieten zu können.
Am selben Tag veröffentlichte Deloitte, ein weiteres weltweit tätiges Beratungsunternehmen, ebenfalls eine Ausarbeitung zum Thema Blockchaintechnologie. In dem Papier  (hier zum runterladen) wird die grundsätzliche Methodik  der dezentralen Blockchains als auch die möglichen Anwendungen in den einzelnen Marktsegmenten (Finanz, Versicherungen, öffentlicher Sektor, Medienbereich)  sehr gut beschrieben. Deloitte weist hier auch darauf hin,  das neue Blockchain Anwendungen die weltweite Einführung beschleunigen werden.
Am 23. Jänner  2015 verlautbarte das New Yorker Blockchain Konsortium R3 ein erstes erfolgreichreich durchgeführtes verteiltes Ledger Experiment  unter Verwendung von Microsoft Azure (Blockchain as a Service EBaaS) basierend auf der Ethereum Blockchain.

Microsoft war erst im Oktober 2015 eine Kooperation mit Consensys, einem Ethereum Blockchain Startup –  gegründet von Joseph Lubin, einem Mitgründer der Ethereum Foundation – eingegangen.  Wie sehr Microsoft in das Bitcoin/Blockchain Business (Blockchain as a service) einsteigen will, zeigen auch die inzwischen zusätzlich in den letzten Monaten geschlossenen Kooperationen mit dem Bitcoinzahlungsanbieter BitPay; mit der Blockchain Plattform Manifold Technology; Bitcoin Taxservicesanbieter LibraTax und dem Proof of ownership Blockchainanbieter Emercoin.

Welche Bedeutung die Ethereum Blockchainlösung für die weitere Entwicklung im gesamten Blockchain Thema haben kann,  zeigt auch das  fünf der  vom Online-Magazin Finyear gekürten 10 vielversprechendsten Blockchain Startups für 2016 auf dezentralen Anwendungen (Daaps) der Ethereum Blockchain Technologie basieren:  Provenance,  Consensys, Ethcore, SlockIT, Ethereum.

Seit das Ethereum Ende Juli 2015 die erste funktionsfähige Softwareversion Frontier veröffentlicht hat (Ende Juli 2015), sind basierend auf dieser Entwicklungsumgebung unzählige Projekte entstanden.Ethereum  will ein „Web 3.0“ erschaffen – ein vollständig dezentrales Internet der DAPPs (dezentrale Anwendungen) und Smart Contracts.
Ethereum wird oft als die Bitcoin 2.0 Lösung beschrieben, auch weil viele der  in der Bitcointechnologie  identifizierbaren Shortcomings gelöst wurden.

Die Technologie  ist
•  unbegrenzt skalierbar, da sie nicht auf Servern ausgeführt wird (keine Blocksizedebatte!)
• Bestätigungen brauchen lediglich 7 Sekunden (Bitcoin braucht durchschnittlich 10 Minuten)
• Nachweis der Beteiligung wird Nachweis der Arbeit zu ersetzen (so als sehr effizient)
• Nodes und auch das Mining kann auf allen Geräten installiert/ausgeführt werden. (keine Gefahr der industriellen Konzentration wie bei Bitcoin)

Der Bitcoin-Core war von Satoshi Nakamoto vor allem als  „peer to peer digitales Zahlungsmittel“ im Gegensatz zu analogen Fiatsystem konzipiert, die Ethererum Blockchaintechnologie von Vitalik Buterin (der Gründer von Ethereum) ist mit ihrer umfangreichen Programmierbarkeit vor allem ausgerichtet auf sämtliche Arten von Smart Contracts. Der Ether (die Kryptowährung von Ethereum) ist nur als Transaktionsmittel gedacht.

Bitcoin-Symposium am 3. März, mein Crowdfunding Buch usw.

 

bitcoin
bitcoin

Ich nutze den Blog ja vor allem auch um zu dokumentieren, was ich so im Netz finde und mache mir meine Gedanken darüber. Das gestrige Event – Bitcoin Symposium vom 3.3. 2015 am Juridicum Wien – hat mir wieder gezeigt, was für ein Potential die Themen Crowdfunding und vor allem Bitcoin haben und was für tolle  Startups es aus diesen Themenbereichen  sowohl in Österreich als auch in den Nachbarstaaten gibt. Also werde ich wieder mehr schreiben und damit dokumentieren..

Mein Buch zum Thema Crowdfunding gibt es übrigens seit Ende Dezember 2014 bei amazon.de zum Bestellen bzw. zum Runterladen.  Es war absolute Schwerarbeit, hat aber von wegen Wissen sehr viel gebracht und liest sich hoffentlich auch ganz interessant.

Gestern Abend gab es übrigens nach der Bitcoin Veranstaltung auf der Universität noch eine Private Equity Diskussion mit Regierungsvertretern Österreichs: Nach einer Bestandsaufnahme über die miese Situation des Seedfinancings (mal abgesehen vom Bund) (siehe die Folien hier von Thomas Jud und Dr. Marchart/AVCO) gaben die Regierungsvertreter ihre Statement ab und wiesen vermehrt (wenn nicht schon inflationär) auf die doch so tollen Möglichkeiten von Crowdfunding hin. Man ging sogar so weit, sich über die Vorgangsweise der FMA gegen Staudinger zu echauffieren (übrigens ein Vertreter der SPÖ) – „also wirklich, wo doch im sogenannten „regionalfunding“ die Zukunft der Finanzierung in Österreich liege“. Im Vergleich zu den Aussagen der Regierung vor Jahren zu diesem Thema, wohl ein echter Fortschitt.

Als dann ein Bitcoin Unternehmer aus dem Ausland (übrigens ein tolles Startup) darauf hinwies, das noch viel mehr Möglichkeiten in der Bitcoin Technologie liegen würde und doch die Regierung dieses Potential nutzen sollte – herrschte seitens der Diskutanten allgemeines Unverständnis.

Interessant an diesem Private Equity Panel war die Teilnahme von Speedinvest, vertreten durch Michael Schuster,  die ja gestern früh das erfolgreiche Closing einer Finanzierungsrunde von 58 Mio Euro verkündeten, eingesammelt von 90 Privatinvestoren mit jeweils über 300.000 € Einzelinvestments. Eine tolle Leistung von Oliver Holle. Einfach grossartig.

 

London als Brennpunkt der europäischen Fintechbranche

Ich bin absolut fasziniert was für Initiativen in Grossbritannien gesetzt werden um innovative Unternehmen zu fördern.

Durch  beispielhafte Initiativen im Crowdfundingbereich, die in einer aktiven Förderung (durch Finanzspritzen) der Crowdlendingplattformen durch die Regierung bestehen, oder auch durch die vorteilhaften steuerlichen Regelungen für Investoren auf den Crowdinvestingplattformen, boomt die Crowdfundingindustrie in Grossbritannien wie in keinem anderen Land. Positiv ausgewirkt auf diese Entwicklung haben sich sicher auch die raschen und einigermassen eindeutigen Stellungnahmen und Forderungen der britischen Finanzaufsichtsbehörde FCA (Financial Conduct Authority) mit den im April 2014 herausgegebenen Regelungen für die Crowdinvesting und Crowdlendingplattformen.

Nur in einem Bereich hinken die Briten den Deutschen momentan hinterher und das ist im Bereich der Regulierung der digitalen Währungen (i.e. Bitcoin). Was natürlich für London, das sich mit den Firmen Transferwise, FundingCircle und Zopa eindeutig als Zentrum der FinTechbranche von zumindest dem europäischen Kontinent positionieren will, ein massiver Minuspunkt ist auch wenn das die Gründung vieler britischen Unternehmen, die im Bereich der digitalen Währungen tätig sind, bis dato nicht gehindert hat.

Die britische Finanzaufsichtsbehörde hat sich bis dato als nicht für digitale Währungen zuständig erklärt und hat daher keinerlei Regelungen  erlassen, das gleiche gilt für die britischen Steuerbehörden. Die bis dato einzige Stellungnahme des HMRC (HM Revenue & Customs) zu Bitcoin qualifizierte den Erwerb von BitCoins als den Erwerb von Gutscheinen, der mit Umsatzsteuer zu belasten ist. Davon ist die britische Steuerbehörde dem Vernehmen nach schon abgewichen, aber es gibt immer noch keine endgültige Aussage. Diese „Nichtregulierung“ der digitalen Währungen führt zu einer massiven Unsicherheit.

Wie sehr jedoch in Grossbritannien Neuregelungen  für den FinTechbereich verlangt werden, zeigen einige in den letzten Monaten gezeigten Initiativen, die ich berichtenswert finde:

Ende Oktober des Vorjahres hat die britische Regierung das Programm „Challenger Businesses“ zur Unterstützung von innovativen Unternehmen ins Leben gerufen.

Anfang Juni 2014 hat die britische Finanzaufsichtsbehörde die Initiative „Project Innovate“ ins Leben gerufen: mit dem erklärten Ziel Innovation im Financial Services Bereich zu fördern  und um wörtlich Raum zu schaffen für “the brightest and most innovative companies to enter the space“.

Anfang August hat sich mit Unterstützung der Stadtverwaltung Londons auch die Interessensvertretung Innovate Finance (früher: FinTech UK) formiert mit dem Ziel der Förderung der Kooperation der Startups und der bestehenden Finanzinstitutionen ebenfalls zur Förderung  der Innovation im FinTech Sektor.

Bei der Eröffnungsveranstaltung drückte George Osborne (Politiker der konservativen Partei) das Bestreben der Organisation wie folgt aus:

“It’s only by harnessing innovations in finance, alongside our existing world class knowledge and skills in financial services, that we’ll ensure Britain’s financial sector continues to meet the diverse needs of businesses and consumers, here and around the globe, and create the jobs and growth we all want to see in the future.”

Heute wiederum hat die britische  Coalition for a Digital Economy (Coadec) (eine private Vereinigung von Startups und VCs) ein Startup Manifesto publiziert, indem sie die Regierung zur Unterstützung der digitalen Wirtschaft mit präzisen Forderungen auffordert. Eine der wichtigsten Punkte für den FinTech Bereich ist die Forderung  nach einer Regulierung im Bereich der digitalen Währungen.

“The next government should continue this support, including reviewing the major barriers around fintech innovation. This should include looking at the regulation of cryptocurrencies such as bitcoin. HMRC should take the lead in being one of the first tax authorities to establish a framework relating to tax, VAT and other compliance requirements related to cryptocurrency.”

Unterstützt werden die Forderungen des Startup Manifesto übrigens auch von Index Ventures – dem wohl momentan aktivsten Venture Capitalgeber.

 

 

 

 

 

Die Meinung der Europäischen Bankenaufsicht zu Bitcoin

EBA
EBA

Mit der Stellungnahme vom 4. Juli 2014 hat die Europäischen Bankenaufsicht (EBA)  ihr zweites Statement zum Thema digitaler Währungen abgegeben. Im Dezember 2013 hatte ja die EBA bereits die Konsumenten zur Vorsicht beim Nutzen von digitalen Währungen aufgerufen. Das jetzige Papier richtet sich an die lokalen Finanzaufsichtsbehörden sowie an die EU-Behörden und fasst die in den letzten Monaten gemachten Studien des Instituts zur Notwendigkeit einer Regulierung der virtuellen Währungen im speziellen des BitCoins zusammen.

Ein genaues Studium des Papiers lohnt sich. Einerseits wird  ein ziemlich genaues Bild dessen gegeben wo die Bankenaufsichtsbehörden zum Thema digitaler Währungen momentan stehen und andererseits ist das Papier auch durchaus unterhaltend.

Die wichtigsten Schlussfolgerungen der Stellungnahme sind:

Die  Vorteile der dezentralen digitalen Währungen bestehen unbestreitbar in den niedrigen Transaktionskosten und in der geringeren Transaktionszeit. Die EBA bezweifelt jedoch, dass die Transaktionskosten auch nach der von der EBA geforderten unbedingt geforderten Regulierung der virtuellen Währungen überhaupt aufrecht zu erhalten sind und andererseits werden doch die innerhalb der EU  bereits erlassenen bzw. noch in Planung befindlichen EU-Verordnungen  (SEPA-Regelungen) auflaufenden Transaktionskosten ohnehin minimiert bzw. die Transaktionsdauer ohnehin schon reduziert, sodass innerhalb der EU  überhaupt kein Bedarf für solche digitalen Währungen besteht.

Der Großteil der Studie beschäftigt sich mit den Risiken. Insgesamt werden mehr als 70+ Risiken identifiziert. Wobei hier wirklich aus dem Vollen geschöpft wird und so ziemlich alle möglichen Probleme- welche im täglichen Zahlungsverkehr auch auftreten – als massive mit den digitalen Währungen verbundene Risiken beschrieben werden. Da kann man schon fast  Böswilligkeit interpretieren. Da Levin Keller vom Blog BitcoinAge ohnehin schon einen guten Artikel zu den von der EBA identifizierten Risiken geschrieben hat: Die EBA auf dem Irrweg, möchte ich auf diese Risiken nicht näher eingehen.

Worauf ich eingehen möchte ist, sind die vorgeschlagenen Konsequenzen. Denn nach umfangreicher Aufzählung und Beschreibung der identifizierten Risiken schlägt  die EBA Regulierungsmassnahmen vor um ein entsprechendes Kontrollumfeld für die digitalen Währungen aufzubauen.

Und diese vorgeschlagenen Regulierungsmassnahmen  – und jetzt wird es wirklich unterhaltend – lesen sich wie eine Kopie der  bestehenden Kontrollinstanzen und Kontrollmassnahmen des momentanen Finanzsystems. Auf die Tatsache, das es sich im Gegensatz zu dem zentral „geschaffenen“ EURO um dezentral geschaffene digitale Währungen handelt, die hier kontrolliert werden sollen, wird nicht eingegangen:

Folgende Massnahmen sind zu setzen:

  • Gründung einer zentralen Aufsichtsbehörde (EBA?)
  • Geldwäscheerfordernisse
  • Mindestkapitalerfordernisse der Marktteilnehmer
  • Fit und Proper Erfordernisse der Geschäftsführung der Marktteilnehmer
  • Zwingende Incorporation der Marktteilnehmer in einem Land um eine „Klagsadresse“ zu haben
  • Sicherheit der IT-Systems
  • separate Kontenführungen
  • Bewilligungs- bzw. Konzessionsverfahren
  • usw.

Und da die Implementierung eines derartigen Kontrollsystems für digitale Währungen lange dauern wird, empfiehlt die EBA aufgrund der „überbordenden“ Risiken bis dahin den lokalen Aufsichtsbehörden den  Finanzinstituten jegliche Transaktion mit den digitalen Währungen zu verbieten „the EBA recommends that national supervisory authorities discourage credit institutions, payment institutions, and e-money institutions from buying, holding or selling VCs, thereby ‘shielding’ regulated financial services from VCs“.

Zusammengefasst empfinde ich das Papier als lächerlich und nicht ernstzunehmend. Interessant ist aber die Vehemenz mit der die EBA offensichtlich gegen virtuellen Währungen kämpft und damit eigentlich zeigt welches Potential sie selbst in den Währungen sehen.

Zum Schluß noch ein besonders unterhaltender Satz aus dem Papier, indem das momentan bestehende System als vielleicht nicht ganz ideal beschrieben wird (wohl die Untertreibung des Jahrhunderts :)):

„However, while from a philosophical viewpoint, some people may argue that a system based on a central bank with the authority to influence money supply is not ideal, it does not automatically mean that a superior alternative is to have money supply set by an algorithm, as in decentralised VC schemes“

 

Investitionen in Bitcoin-Startups wachsen rasant!

Basierend auf den bis dato 2014 durchgeführten Investitionen, können die Investitionen in BitcoinStartups bis zu  250 Millionen USDollar  in diesem Jahr erreichen. Das ist 150% Wachstum gegenüber den 99, 5 Millionen USD, die im Jahr 2013 investiert wurden.

Damit könnte eine immense Steigerungen gegenüber den Investitionen 2012 (2 Mio USD) erreicht werden.

Um die Beträge in die richtige Relation zu setzen:

Im ersten Quartal 2014 wurden insgesamt 492 Mio USD in Paymentstartups investiert, im Vergleich dazu  beliefen sich die Investitionen  in Bitcoin-Startups für das 1. Quartal 2014 lt. Coindesk auf 64 Mio USD ,  und entsprechend damit 13% der Gesamtsumme.
Die Befürworter der digitalen Währung vergleichen das disruptive Potential des Bitcoins immer wieder mit dem disruptiven Potential des Internets in den 80 bzw. 90er Jahren. Wendet man diesen Vergleich auch auf die damals gemachten Investitionen in die Internetstartups an , dann erreichen die Investitionen in BitCoin Startups nun das Niveau der Frühphaseninvestitionen in US InternetStartups im Jahr 1995 (nicht inflationsbereinigt). 

(Quelle: BI Intelligence)

Investments in Global Bitcoin Startups
INvestment in Global Bitcoin Startups

Bitcoin und das Verständnis der Journalisten!

Kommentar zu Armin Wolf
Kommentar zu Armin Wolf

Sowohl Armin Wolf (ORF) als auch Eric Frey (derStandard) sind einer Meinung: Bitcoins sind ein Unding!

Eric Frey ruft in seinem Beitrag von dem 7. 12. 2013 11.49 im Standard zu einem Verbot von Bitcoins auf und ruft nach Experten, denn Geldpolitik gehört von „Experten“ gemacht und dann erklärt er mal  kurz Friedrich von Hayek  (lt. Wikipedia einer der wichtigsten Denkern des Liberalismus im 20. Jahrhundert und gilt für manchen Interpreten als wichtigster Vertreter des Neoliberalismus, 1974 wurde ihm der Nobelpreis)  zu einem Verrückten, mit kreativen aber oft unausgegorenen Ideen. Ich zweifle ernsthaft daran, dass Eric Frey das Recht hat ein solches Urteil über den österreichischen Nobelpreisträger und anerkannten Wirtschaftswissenschafter zu fällen.

Armin Wolf, eine bekannter ORF-Moderator wiederum twittert gestern zum Thema Bitcoin:  Selten war ein Pyramidenspiel von Anfang an so öffentlich und offensichtlich wie diese völlig absurde -Nummer um sich dann Stunden später nochmals zu Wort zu melden mit:  Nehme zur Kenntnis, Bitcoin ist kein Pyramidenspiel. Es ist offenbar eine seltsame Kombination aus Pyramidenspiel und Sekte.

Und wiedermal ist zu bemerken, dass die Kommentare  zu obigen Journalistenpostings sich viel interessanter lesen als die journalistisch erarbeiteten (0der so…)  Stellungnahmen zu einzelnen Themen:

B Fel Kommentar zu Frey
B Fel Kommentar zu Frey
urban Kommentar zu Frey
urban Kommentar zu Frey

Bitcoins und Crowdfunding

Ich entwickle derzeit eine Liste von Startups deren Geschäftsmodelle sich um digitale Währungen drehen. Interessanterweise habe ich keine Crowdfundingplattform (weder reward-based noch securities-based) entdeckt, die Bitcoins als zusätzliches Zahlungsmittel akzeptiert, was für mich adhoc die naheliegenste Nutzung dieser digitalen Währung wäre:

Bei Coinfunder.com  handelt es sich um eine donation based crowdfunding Plattform, die vor allem Bitcoin-orientierte Projekte – jeder Art – fördern möchte. Die Plattform ist seit März 2013 online. Momentan stehen über acht Projekte zur Förderung zur Auswahl, eines davon soll offensichtlich die weitere Finanzierung der Plattform selbst unterstützen (bis dato wurden 4.2 BTC vom Zielbetrag von 20 BTC gespendet). Interessant ist auch das Projekt auf der Einstiegsseite mit dem der  „The Dollar Shave Club“ überzeugt werden soll, doch auf BTC umzusteigen. Hier geht es um ein sehr erfolgreiches Subskriptionsmodell aus den USA: Für die Zahlung von USD 1 im Monat, wird man entsprechend mit Rasierklingen versorgt. Coinfunder adressiert damit das Thema der Micropayments, für die Bitcoin aufgrund der minimalen Transaktionskosten ein optimales Zahlungsmittel sein könnte. Der letzte Tweet von Coinfunder wurde abgesetzt im Mai 2013, aus dieser Zeit datieren auch die auf der Webseite vorgestellten Projekte. Die Webseite von Coinfunder ist ohne Impressum und stand dementsprechend auch unter Kritik in den Bitcoin Foren. Ob das Impressum fehlt, um etwaige aufsichtsrechtliche Fragestellungen zu vermeiden oder um dem Gedanken der Pseudoanonymität der Bitcoins zu entsprechen oder auch nur weil sich der Betreiber noch nicht so ganz sicher ist… Ich finde die Idee gut und die Seite sehr professionell.

Hingegen tut sich im Crowdlendingbereich so einiges: wobei auffällt auch hier wird Bitcoin nicht als zusätzlich angebotenes Zahlungsmittel verwendet, sondern es wird das ganze Geschäftsmodell rund um Bitcoins aufgebaut.

www.bitbond.net: Auf der Berliner Plattform handelt es sich um eine Peer-to-Peer Crowdlending Plattform. Der Betreiber Radoslav Albrecht ist Autor zahlreicher Artikel zum Thema Bitcoin und dürfte sich mit dem Thema schon länger auseinandersetzen. Der Ablauf des Verleihens und der Kreditgewährung entspricht grundsätzlich dem auf den Crowdlendingplattformen  – es wird auch auf dieser Plattform sehr viel Wert auf Identitätsnachweis und Kreditwürdigkeitsprüfung gelegt. Interessanterweise fällt hier sehr oft der Hinweis auf die Ähnlichkeit der Vorgangsweise bei der Eröffnung eines Bankkontos und einer Kreditbeantragung. Obwohl die gesamte Abwicklung des Kredites, dann ganz ohne Bank vor sich geht: der Kreditgeber eröffnet ein Wallet bei bitbond.net und überweist seine Bitcoins auf dieses Wallet, von diesem Konto werden dann die Bitcoins überwiesen an den Kreditnehmer. Der erzielte Zinssatz variiert in Abhängigkeit zur Kreditwürdigkeit des Kreditnehmers.Also alles sehr ähnlich dem Modell der Crowdlendingplattformen.Die Plattform ist offensichtlich global ausgelegt (die drei laufenden Projekte sind von Kreditnehmern aus den USA). Der Minimumbetrag ist 0.01 BTC. bitbond behält sich aus das Eintreiben offener Verbindlichkeiten vor – genau wie eine Bank. Bis dato wurden 20 Kredite vermittelt, 8 wurden bereits rückbezahlt, 3 aktive Projekte werden auf der Plattform momentan ausgewiesen.

Aufsichtsrechtlichen Themen: bitbond.net geht auf ihrer Webseite in keiner Weise auf aufsichtsrechtliche Themen ein, die gibt es jedoch mit Sicherheit:  Nach einer Stellungnahme der BAFIN aus dem Jahr 2011 handelt es sich zwar bei Bitcoins nicht um eGeld sondern  um eine Art Tauschsystem, bei dem sich die Teilnehmer gegenseitig jeweils bestimmte Transaktionen bestätigen, und diese historisch gespeichert werden, um Missbrauch zu unterbinden. E-Geld im rechtlichen Sinne istes nicht, weil der Besitzer von Bitcoins keinen Anspruch gegen eine bestimmte Stelle auf Umtausch in echtes Geld hat. Allerdings sieht die BAFIN Bitcoins als „Rechnungseinheit“ an, die im Kreditwesengesetz (KWG) geregelt ist. Danach muss sich jeder, der gewerbsmäßig bestimmte Dienstleistungen im Zusammenhang mit Bitcoins erbringen möchte, zunächst eine Erlaubnis der BAFIN besorgen. Letztlich ist das Bitcoin-System ein multilaterales Handelssystem, das einer solchen Erlaubnis bedarf. So sieht es jedenfalls die BAFIN. Zu diesem Thema und wie wir das ganze beurteilen, verweise ich auf unseren  Artikel Bitcoins – Finanzinstrument oder tauschfähige Ware? .

Zur Erinnerung: die Crowdlendingplattformen in Deutschland arbeiten mit Banken zusammen (und haben dementsprechende Transaktionskosten) um den aufsichtsrechtlichen Bestimmungen der BAFIN Genüge zu tun. In den USA gelten noch strengere Bestimmungen und sämtliche großen US Crowdlendingplattformen sind bei der SEC in der einen oder anderen Weise registriert.

BTC-Jam.com: die Plattform aus Brasilien arbeitet ebenfalls nach dem üblichen Crowdlendingschema, auch hier werden ausschließlich Bitcoins genutzt. Die Plattform hat ihren Betrieb im November 2012 aufgenommen und hat lt. den Angaben auf ihrer Plattform bis dato BTC 19.053, 15 vergeben. Aktiv sind momentan 1.050 Projekte.

www.bitlendingclub.com Diese Webseite aus Illinois, USA ist seit Mitte Juli 2013 online und befindet sich noch in der Betaversion. Interessant wird auch hier das aufsichtsrechtliche Thema, die Diskussionen mit den US Aufsichtsbehörden zum Thema Bitcoin füllen ja momentan ohnehin die Medien.

5 Jahre BitCoins und der Kurs explodiert gerade!

Bitcoin.deAm 1. November 2008 – sechs Wochen nach der Lehman Pleite –   hat Satoshi Nakamoto das Bitcoin-Paper „Bitcoin: A Peer-to-Peer Electronic Cash System“ veröffentlicht und über die Cryptography Mailing List verbreitet.

In einem Forum erläuterte Satoshi Nakamoto (wahre Identität ist nach wie vor unbekannt) seine Beweggründe:

Unser Finanzsystem ist auf Vertrauen aufgebaut. Der Warenwert von Euro oder Dollar geht gegen Null. Wir glauben an eine Zahl, die auf baumwollenes Papier aufgedruckt wurde bzw. digital gespeichert ist. Wir vertrauen darauf, dass die gespeicherten Zahlen einen Wert haben. Wir vertrauen einer gesetzlichen Garantie, die – wenn ein Betrag von 100.000 Euro überstiegen wird – nicht gilt. Wir vertrauen auf Institutionen wie EZB und Fed, die ihre gesetzlichen Aufträge zur Wertbeständigkeit von Währungen nur noch mit Hilfe unkonventioneller Maßnahmen erfüllen können.Den Zentralbanken muss vertraut werden, die Währung nicht abzuwerten. Aber die Geschichte des Fiat-Geldes ist in dieser Hinsicht voller Vertrauensbrüche, in unserem herkömmlichen System ist es notwendig, Banken zu vertrauen, die unser Geld vorhalten und es ohne große Reserven in Wellen von Kreditblasen verleihen.

Nakamoto  wollte dezentrales, anonymes Geld, über das der Nutzer selbst bestimmen kann, er schuff eine Währung , die unabhängig von den Geldschöpfungen der Zentralbanken und der kommerziellen Banken funktioniert.

Fünf Jahre später sind die Fakten  Anfang November 2013 wie folgt:

  • Anzahl Bitcoins in Umlauf: 11.900.075
  • Marktkapitalisierung: 2.533 Milliarden Dollar*
  • Anzahl Transaktionen insgesamt: 25,9 Millionen
  • Hashrate: gut 4 Petahash / Sekunde
  • Auf dem Bitcoin beruhende Börsenfonds: 2
  • Anzahl Kunden von Bitpay, dem größten Zahlungsdienst: 10.000.

Meilensteine waren: Am 05. Oktober 2009 : Erste Tauschrate zum Dollar festgelegt: 1$ = 1.309,03 BTC.  Am  22. Mai 2010 wird die erste Transaktion mit BTC durchgeführt: Eine Pizza wird zum Preis von 10.000 BTC gekauft Am 9. Februar 2010 erreicht  BitCoin  den Wert von 1 Dollar. Am 9. April 2013 erreicht der BTC Preis von 266 Dollar, eventuell mit ausgelöst durch die Enteignung der Sparer in Zypern.

*Die Marktkapitalisierung hat sich heute am 18.11.2013 um mehr als das doppelte erhöht gegenüber dem Kurs Anfang November, durch den massiven Anstieg des Kurses der letzten Tage ( 1 BTC: € 440,89)).

Warum der Kurs der digitalen Währung in den letzten Tagen und Wochen beständig hinaufklettert, hat wohl mehrere Ursachen:

  • Installation des ersten BTC-Terminals in Vancouver/Kanada Anfang November diesen Jahres.
  • Jaisule, eine Tochtergesellschaft von Baidu, der populärsten Suchmaschine in China, akzeptiert seit Mitte Oktober Bitcoin als Zahlungsmittel  für das Geschäft mit Online-Sicherheitslösungen und Firewalls.
  • Gleichzeitig dürfte Bitcoin in China kein Problem haben mit regulatorischen Maßnahmen, das kann aus der positiven Berichterstattung über BitCoins  im Regierungssender CCTV und der von der Regierung kontrollierten Zeitungs People’s Daily geschlossen werden.
  • Auch hat die weltgrößte Bitcoin Börse BTC China gerade eine Kapitalerhöhung über 5 Millionen USDollar erfolgreich abgeschlossen, BTC China akzeptiert nur chinesische Kunden.
  • Die Worte von Ben Bernanke, Präsident der US FED in einer schriftlichen Stellungnahme zum Kongresshearing in den USA zum Thema digitale Währungen dürften auch einen Beitrag geleistet haben: Ben Bernanke, chairman of the Federal Reserve, speaking to Congress in epistolary format:

    [T]hese types of innovations [such as Bitcoin] may pose risks related to law enforcement and supervisory matters, there are also areas in which they may hold long-term promise, particularly if the innovations promote a faster, more secure and more efficient payment system.

  • Weiters profitiert der Kurs wohl auch von der umfangreichen Berichterstattung über den vom US Unternehmen Second Market aufgelegten Bitcoin Investment Trust, der im September gegründet wurde, ein Vehikel für wohlhabende Privatanleger, die auf den Bitcoin-Kurs spekulieren wollen, ohne selbst die digitale Währung zu kaufen. Auch die Winklevoss Zwillinge planen ja ein ähnliches Modell einer Bitcoin-Vermögensgesellschaft, die auf die Kursentwicklung des Bitcoin spekulieren soll.
  • Es fließt momentan einiges an Venture Capital in den Bitcoin Bereich: Circle Internet Financial hat vor ein paar Wochen 9 Millionen Dollar an Investitionen eingefahren. Das Startup will die Adaption des Bitcoins vorantreiben, indem sie einfach zu benutzende Werkzeuge sowohl für Konsumenten als auch für Händler entwickelt. Der  US Plug and Play Accelerator legt ein Programm nur für Bitcoin Startups auf.. (siehe Teil II dieses Artikels).

Ob sich wohl jemand daran erinnert, das die Wurzeln des Bitcoin Gedankengutes in der „Austrian School of Economics“ zu finden sind?