APPCoins als Crypto Crowdfunding

ICO
ICO

Spätestens seit dem Erfolg des DAO ist offensichtlich, dass ICOs (Initial Coin Offerings) weltweit inzwischen eine populäre Möglichkeit sind Kryptowährungsprojekte vorab zu finanzieren. Bei einem ICO (manchmal auch als Crowdsale oder als Presale bezeichnet), werden Tokens (meist Appcoins)   im Austausch für bereits gängige Kryptowährungen wie BTC oder Ether zum Vorabkauf angeboten. Das damit aufgebrachte Kapital wird –  idealerweise für alle Unterstützer der Kampagne nachvollziehbar (auf einem einsehbaren Transaktionssystem) –  zur Entwicklung des neuen Projektes verwendet. Die mittels solcher ICOs bereits aufgebrachten Finanzierungsbeträge stellen viele der bis dato auf den großen Crowdfundingplattformen wie Kickstarter und Indiegogo durchgeführten Kampagnen in den Schatten. So handelt es sich bei 3  von den 10 größten bis dato durchgeführten Crowdfundingprojekten um ICOs. APPCoins als Crypto Crowdfunding weiterlesen

Weltweit soll Crowdfunding auf über 34,4 Milliarden USD steigen 2015

Lt. dem aktuellen Massolution Research Bericht soll sich das gesamte weltweite über  Crowdfunding aufgebrachte Volumen  bis 2015 auf  34,4 Milliarden USD erhöhen und sich damit gegenüber 2014 (Volumen von 16 Milliarden USD) mehr als verdoppeln.
2014 hat sich das Volumen gegenüber dem Vorjahr 2013 (6,1 Milliarden USD) verdreifacht. Das starke Wachstum im vergangenen Jahr ist großteils bedingt durch  die Zunahme der Crowdfundingaktivitäen im asiatischen Raum.  wobei interessanterweise vor allem der p2p und p2b Kreditmarkt  im chinesischen Markt stark anstieg. Weltweit entfiel 2014 auf den lending-based Crowdfundingbereich  mit einer gesamten erreichten Summe von 11,08 Milliarden USDollar unumstritten das massivste Wachstum gefolgt vom equity-based Crowdfunding.
Die folgende Grafik zeigt in welche Branchen das Geld floß:

Massolution 2015 Report
Massolution 2015 Report

 

Bitcoin-Symposium am 3. März, mein Crowdfunding Buch usw.

 

bitcoin
bitcoin

Ich nutze den Blog ja vor allem auch um zu dokumentieren, was ich so im Netz finde und mache mir meine Gedanken darüber. Das gestrige Event – Bitcoin Symposium vom 3.3. 2015 am Juridicum Wien – hat mir wieder gezeigt, was für ein Potential die Themen Crowdfunding und vor allem Bitcoin haben und was für tolle  Startups es aus diesen Themenbereichen  sowohl in Österreich als auch in den Nachbarstaaten gibt. Also werde ich wieder mehr schreiben und damit dokumentieren..

Mein Buch zum Thema Crowdfunding gibt es übrigens seit Ende Dezember 2014 bei amazon.de zum Bestellen bzw. zum Runterladen.  Es war absolute Schwerarbeit, hat aber von wegen Wissen sehr viel gebracht und liest sich hoffentlich auch ganz interessant.

Gestern Abend gab es übrigens nach der Bitcoin Veranstaltung auf der Universität noch eine Private Equity Diskussion mit Regierungsvertretern Österreichs: Nach einer Bestandsaufnahme über die miese Situation des Seedfinancings (mal abgesehen vom Bund) (siehe die Folien hier von Thomas Jud und Dr. Marchart/AVCO) gaben die Regierungsvertreter ihre Statement ab und wiesen vermehrt (wenn nicht schon inflationär) auf die doch so tollen Möglichkeiten von Crowdfunding hin. Man ging sogar so weit, sich über die Vorgangsweise der FMA gegen Staudinger zu echauffieren (übrigens ein Vertreter der SPÖ) – „also wirklich, wo doch im sogenannten „regionalfunding“ die Zukunft der Finanzierung in Österreich liege“. Im Vergleich zu den Aussagen der Regierung vor Jahren zu diesem Thema, wohl ein echter Fortschitt.

Als dann ein Bitcoin Unternehmer aus dem Ausland (übrigens ein tolles Startup) darauf hinwies, das noch viel mehr Möglichkeiten in der Bitcoin Technologie liegen würde und doch die Regierung dieses Potential nutzen sollte – herrschte seitens der Diskutanten allgemeines Unverständnis.

Interessant an diesem Private Equity Panel war die Teilnahme von Speedinvest, vertreten durch Michael Schuster,  die ja gestern früh das erfolgreiche Closing einer Finanzierungsrunde von 58 Mio Euro verkündeten, eingesammelt von 90 Privatinvestoren mit jeweils über 300.000 € Einzelinvestments. Eine tolle Leistung von Oliver Holle. Einfach grossartig.

 

Crowdfunding Symposium in Wien

Crowdfunding Symposium
Crowdfunding Symposium

Seit Jahren erzähle ich meinen Freunden und Geschäftspartnern, bei allen möglichen und unmöglichen Gelegenheiten über das Phänomen Crowdfunding. Meist haben sie über meine Begeisterung für diese neue Finanzierungsmethode nur milde gelächelt und darauf hingewiesen, dass sie ja vor allem im Konzernumfeld tätig sind oder den Mittelstand beraten und weniger Interesse an Startups hätten. Einige meiner Geschäftspartner und Freunde haben jahrelang auch sehr gut mit der Betreuung und Beratung von Private Equitytöchtern der Banken verdient.

Nunja, in den letzten 12 Monaten bin ich aber mit Crowdfunding auch in meinen Kreisen der Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte auf immer mehr Interesse gestossen. In den letzten sechs Monaten haben sie mir immer interessierter zugehört, wenn ich über Crowdfunding gesprochen habe. Seit einigen Wochen werde ich sogar gezielt angesprochen auf dieses Thema, vor allem auch deswegen, weil offensichtlich die Banken vermehrt nicht nur keine Startups finanzieren, sondern auch der Mittelstand keine Betriebsmittelkreditlinie mehr bekommt, wenn das Eigenkapital des Unternehmens  nicht den anspruchsvollen Erwartungen des Bankbetreuers entspricht.

So und nun hat meine langjährige Freundin Sabine Kirchmayr – inzwischen Universitätsprofessorin und als solche Vorstand des Instituts für Finanzrecht am Juridicum Wien – selbst vorgeschlagen, doch eine Veranstaltung zum Thema Crowdfunding durchzuführen und damit einen Beitrag zur Aufklärung vieler noch offener rechtlichen Fragen zu leisten. Andreas Mätzler und Gerold Wietrzyk von der  renommierten Wiener Rechtsanwaltskanzlei Karasek Wietrzyk sowie Ernst Brandl, der Kapitalmarktrechtsexperte Wiens von Brandl & Talos, stellen ihr aufsichtsrechtliches Know How für diese Veranstaltung zur Verfügung und unterstützen diese auch finanziell.

Wir haben versucht, ein interessantes Programm mit Praxisbeispielen  (Grüne Erde, Cliffhanger Productions)  und Vertretern der österreichischen Plattformen 1000*1000.at und conda.at zu erstellen.

In der abschließenden Diskussion soll der Entwurf des Anlegerschutzgesetzes diskutiert werden, dazu kommt ein Rechtsanwalt aus Deutschland der im German Crowdfunding Network auch die Stellungnahme zum Entwurf des Anlegerschutzgesetzes miterabeitet hat. Es ist uns gelungen – was uns sehr freut – Stefan Zapatocky als Vortragenden zu gewinnen. Stefan Zapatocky war jahrelang Vorstand der Wiener Börse und hat viele weitere hochrangige Bankfunktionen eingenommen, auch er ist mittleweile überzeugt vom „Crowdfunding Gedanken“.

Das Programm zur Veranstaltung findet man auf den Seiten der fintech.academy, dort kann man sich auch anmelden.

 

 

 

 

 

 

 

Ab Herbst 2104 auch auf Kickstarter deutsche Projekte möglich!

Launch Now
Launch Now

Momentan ist es sehr interessant die Entwicklungen der beiden wohl größten und bekanntesten rewardbasierenden amerikanischen Crowdfundingplattformen zu beobachten:

Kickstarter gilt mit  inzwischen eingeworbenen Kapital von mehr als 1 Milliarde Euro  für 60.000 erfolgreiche Projekte seit Gründung 2009 als die wohl erfolgreichste rewardbasierende Crowdfunding-Plattform.

Indiegogo die zweite große Plattform wurde  2008 gegründet und hat ihren Sitz in San Francisco, Kalifornien,  Das Volumen der bis dato über die Plattform erfolgreich finanzierten Projekte ist nicht bekannt, Schätzungen gehen jedoch von viel geringeren Zahlen aus,  vor allem die Erfolgswahrscheinlichkeit der Projekte sei im Vergleich zu der Erfolgswahrscheinlichkeit die eine Aktion auf  Kickstarter biete (durchschnittlich 44%) viel geringer auf Indiegogo. mehr Details dazu in einem Blogbeitrag aus dem August 2013.

Im Jänner 2014 haben die Risikofonds IVP and Kleiner Perkins zusätzliche 40 Mio USD in die Plattform Indiegogo gesteckt, investiert soll das Geld lt. dem Management vor allem in den Aufbau von Schlüsselpersonal und in die mobile Version der Plattform werden. Gleichzeitig hat das Management immer wieder bekräftigt, das die Absicht bestehen würde, die Plattform auch in Richtung securities-based Crowdfunding zu erweitern. Nach der Durchführung der großen Finanzierungsrunde im Jänner 2014 gelang es der Plattform Indiegogo noch zusätzliche sehr interessante Business Angels für ein Investment in ihre Plattform zu begeistern wie beispielsweise Richard Branson und Max Lechvin.

Bemerkenswert an der Plattform Indiegogo war immer schon die rasche Internationalisierung der Plattform. So war die Plattform bereits sehr früh auch für Projektinitiatoren aus den verschiedenen Ländern geöffnet, im Gegensatz zu Kickstarter die lange Zeit nur US bzw. kanadische Projektinitiatoren zuließ.  Diese extrovertierte Orientierung zeigt sich auch in der frühen Mehrsprachigkeit der Plattform Indiegogo. Die Plattform zeigt wohl auch entsprechend der nun vorhandenen Geldmittel in den letzten Monaten eine beeindruckende technische Qualitätsverbesserung.

Ob durch diese offensichtlichen massiven Bemühungen initiiert – wie teilweise gemunkelt wird – jedenfalls hat Kickstarter mit Anfang Juni 2014 ihre zum Teil ziemlich strikten Regelungen für die Projekte etwas gelockert, denn nun können die Projektinitiatoren selbst entscheiden ob und wann sie das Projekt frei schalten (Launch Now), es ist keine Freigabe der Kickstarter Mitarbeiter mehr notwendig.

Gleichzeitig wurden die teilweise schon sehr umfangreichen Richtlinien in drei sehr einfache Prinzipien zusammengefasst:

  • Projects must create something to share with others.
  • Projects must be honest and clearly presented.
  • Projects cannot fundraise for charity, offer financial incentives, or involve prohibited items.

Es wurde zwar eindeutig festgelegt, das Kickstarter auch in Zukunft nicht für spendenorientierte Aktionen zur Verfügung steht bzw. kein Crowdinvesting (oder auch Mischformen) angeboten werden können, aber trotzdem sehen die Medien diese Massnahmen von Kickstarter als Zeichen, das hinsichtlich der Projektarten nicht mehr so stringent vorgegangen werden wird (z.B. Softwareprojekte usw.). Mit heutigen Datum hat Kickstarter nun bekannt gegeben, ab Herbst 2014 auf ihrer Plattform auch Projekte aus Deutschland zu akzeptieren und sogar darüber nachzudenken ob nicht die möglichen Zahlungsmittel entsprechend erweitert werden sollen um sich an die im westeuropäischen Raum üblichen Bezahlungsmethoden anzupassen. Sieht man sich die inzwischen wirklich beeindruckende deutsche Version der Plattform von Indiegogo an, dann kann ich mir schon vorstellen, was der Beweggrund von Kickstarter ist, jetzt so schnell nach Deutschland zu kommen.

Ich begrüsse es jedenfalls, der Marketingeffekt für die Projekte und Produkte der österreichischen und deutschen Unternehmen auf diesen Plattformen könnte gigantisch sein.

 

Interview: Opernsängerin Ekatarina Potego über CrowdFunding

Das Schöne am CrowdFunding ist, dass man mit vielen interessanten Leuten zusammenkommt und mit diesen über die Möglichkeiten diskutieren kann, die man mit CrowdFunding hat. Beispielsweise mit der Opernsängerin Ekatarina Potego, die mit Hilfe des CrowdFundings eine Tournee finanzieren will (hier ihre WebSeite). Dabei will die in Moskau geborene und seit 15 Jahren in Wien lebende sympathische Russin in den Ländern entlang der alten Seidenstraße Opernabende abhalten und diese mit einer Mulitmediashow verbinden, wobei sie länderspezifische Lieder in der jeweiligen Sprache singt. Ekatarina will das Projekt als Friedensprojekt verstanden wissen, wie sie im Video erklärt. Ich finde das Projekt „total cool“ und darf das Video empfehlen. Wir werden hier in den nächsten Wochen und Monaten über das Projekt berichten und freuen uns schon darauf. Man kann ja auch mal singend oder musikhörend arbeiten, oder? Im übrigen darf ich den geschätzten Leser dieses Beitrages bitten, Ekatarina Potego auf Facebook gern zu haben 😉 – hier der Link zu ihrer Facebook-Seite..

Digitale Ökonomie, Startups und CrowdFunding

Infografik der EU zu CrowdFundingDie EU ist eine Wirtschaftsregion die durch klein- und mittelständische Unternehmen (KMU‘s) geprägt ist. Nach Angaben der Europäischen Kommission sind 99 Prozent der Unternehmen in der EU als KMU zu qualifizieren und zwei von drei Arbeitsplätzen werden von ihnen gestellt.

Innerhalb der KMU’s entfallen wiederum 90 Prozent auf die Kleinstunternehmen mit weniger als 10 Mitarbeitern. Der ganz überwiegende Teil der europäischen Unternehmen hat um die zwei Mitarbeiter. Diesen Umstand bezeichnet die EU selbst als ihr „bestgehütetes Geheimnis„, nicht Konzerne, sondern Startups und andere Kleinstunternehmen sind das Rückgrat der EU-Wirtschaft und ihrer Zukunft.

Ende 2016 wird es nach den Prognosen der Experten rund 3 Milliarden Internet-Benutzer geben, die zusammen den Markt der Digitalen Ökonomie bilden. Das sind über 40 Prozent der Weltbevölkerung. In den G-20-Ländern hat die Wirtschaftsleistung der Digitalen Ökonomie bereits 2010 4,1 Prozent des Bruttosozialproduktes ausgemacht, mehr als 2,3 Billionen Dollar. Über die nächsten Jahre wird ein weiteres jährliches Wachstum von 8 Prozent erwartet. Die Digitale Ökonomie kompensiert damit die Stagnation bzw. die Rückläufigkeit der traditionellen Wirtschaft und schafft neue, hochwertige Arbeitsplätze in neuen, innovativen Unternehmen. Getragen werden muss sie in Europa primär durch die Klein- und Kleinstunternehmen.

Das Problem dabei ist, dass 30 Prozent der europäischen KMU’s Liquiditätsprobleme und gleichzeitig keinen Zugang zu Bankfinanzierungen haben. Sie können also keine Expansion finanzieren, sondern müssen froh sein, zu überleben (entnommen dem EU-Report zum CrowdFunding – hier als PDF herunterzuladen). Diese Situation vor Augen sieht die EU CrowdFunding konsequenterweise als wichtigen Bestandteil der zukünftigen Finanz-Szene und notwendige Methode, um Startups und Kleinstunternehmen zu finanzieren. Ohne Startups keine Digitale Ökonomie, kein Wirtschaftswachstum und keine Arbeitsplätze. CrowdFunding ist der Schlüssel zum Wirtschaftswachstum.

Aus der Infografik links lassen sich interessante Erkenntnisse ziehen, so beispielsweise, dass 72 Prozent der CrowdFunding-Kampagnen in der EU erfolgreich sind und ihr Finanzierungsziel erreichen. Beim reward-based 12.500 wohingegen beim CrowdInvesting durchschnittlich 113.000 Euro lukriert werden können.

Die Erkenntnisse der EU sollten die Politiker auf allen Ebenen dazu veranlassen, zügig die erforderlichen ordnungspolitischen Rahmenbedingungen für CrowdFunding zu schaffen. Sonst könnte die Digitale Ökonomie ohne Europa stattfinden!

Die Samwer Brüder und die Crowdfunding-Branche

Was man ihnen nicht vorwerfen kann, ist das sie kleckern… die Rede ist von den Samwer Brüdern die mit ihrem Inkubator Rocket Internet, meist immense Investitionen in Unternehmen tätigen,  die mit Geschäftsmodellen amerikanischer Unternehmen auf dem europäischen Markt reüssieren sollen (z.B. Zalando, Payleven, ..) .

Und da  Crowdlending  auch in den USA zu den Geschäftsmodellen zählt, bei denen hohe Wachstumsraten prognostiziert werden, ist es eigentlich nicht verwunderlich, das in den letzten Monaten auch in diesem Bereich von den Brüdern viel investiert wurde.

Mit Lendico startete der Inkubator Rocket Internet  Ende 2013 einen p2p Kreditmarktplatz nach dem Beispiel des US-Kreditvermittlers Lending Club. Die Eigentümer betrachten dabei vor allem eine schnelle europaweite Expansion des Marktplatzes als Erfolgskriterium für das Geschäftsmodell.
Die Plattform ist seit Dezember 2013 in Deutschland online, seit Februar 2014 in Spanien, seit Anfang März in Polen und seit April 2014 auch in Österreich. Kreditnehmer (Zielgruppe sind besonders Freiberufler und Selbstständige) können Geldbeträge zwischen 1.000 und 25.000 € bei Laufzeiten bis zu 5 Jahren leihen. Der Mindestanlagebetrag auf seite der Investoren liegt bei 25 €. Die Kreditwürdigkeit bewertet dabei ein Algorithmus, der auf Daten der Schufa und der Deutschen Post zurückgreift . Kommt die Gesamtsumme zusammen, wird der Kredit über die Wildcardbank AG ausgezahlt, mit der Lendico kooperiert. Zurückgezahlt werden die Kredite in monatlichen Raten. Lendico verlangt von den Kreditnehmer Servicegebühren bei Kreditauszahlungen abhängig von der Risikoeinschätzung in Höhe von 0,5 bis 4,5 Prozent des Darlehens.

Lt. Aussagen der Geschäftsführung rechnen die Eigentümer mit gewaltigen Investitionsbeträgen für die Expansion, wobei der Betrag von rund 20 Mio € genannt wurde, was auch in etwa dem Betrag entspricht der bis dato  von den renommierten US-Geldgeber Index Ventures und Union Square Ventures im März 2013 und April 2014 in Auxmoney, die zweite große deutsche Plattform für Kredite an Privatpersonen und Selbstständig investiert wurde.

Von der  zweiten Plattform, die unter der gemeinsamen Dachmarke: Deutsche Kreditmarktplätze geführt wird, hört man vergleichsweise noch wenig:   Zencap, ist Ende März 2014 gestartet.  Zencap ist ebenfalls eine Crowdlendingplattform wobei hier die Zielgruppe   jedoch Mittelstandsunternehmen sind, die Darlehen bis 150.000 Euro benötigen.

Bei einem Interview hat der Geschäftsführer von Lendico  übrigens folgendes Statement gemacht:

Der Buchhandel wurde durch Amazon revolutioniert und nicht durch Hugendubel. Netflix hat den Filmverleih umgekrempelt und nicht etwa Blockbuster. Neue Marktteilnehmer wie Lendico ermöglichen neue und zugleich bessere Lösungen. Klassische Banken werden in Zukunft zunehmend durch solche Innovationen in Frage gestellt. Lendico sehe ich als Innovationstreiber und in 3 Jahren als sehr präsente und akzeptierte Alternative zum klassischen Bankgeschäft. – ZITAT Dominik Steinkühler, Geschäftsführer Lendico.

Ein interessantes Statement, es  wäre  nur schade, wenn es nur die Rocket Internet Klone schaffen würden in diesem Bereich tatsächlich zu reüssieren.

 

Bilanzierung und Besteuerung von Genussrechten

In Österreich gibt es inzwischen drei Crowdinvestingplattformen: conda.at , 1000×1000.at, greenrocket.at.  Alle drei Plattformen bieten  Genussrechte als Gegenleistung für das eingeworbene Investorengeld an: Die Unternehmen auf der Plattform Conda.at gewähren Genussrechte mit einem Anteil am Firmenwert und Liquidationserlös, Gewinn- und Verlustteilnahme, Kündigungsverzicht durch den Genussrechtszeichner auf  10  Jahre, mit Nachrangigkeit gegenüber Gläubigern des Unternehmens. Die Genussrechte die über die Plattform 1000×1000.at  angeboten werden, sehen ebenfalls eine Beteiligung an Firmenwert, am Liquidationserlös, eine Gewinn- und Verlustteilnahme sowie einen Kündigungsverzicht des Genussrechtszeichners auf unbeschränkte Zeit vor. Der Genussrechtsvertrag wird auf unbeschränkte Zeit abgeschlossen, Nachrangigkeit gilt aus vereinbart. Auch auf der Plattform greenrocket.at  werden Genussrechte mit einem Anteil am Firmenwert und Liquidationserlös angeboten, Gewinn- und Verlustteilnahme, ein Kündigungsverzicht durch den Genussrechtszeicher auf  10  Jahre und die Nachrangigkeit des Genussrechtskapitals gegenüber Drittgläubigern des Unternehmen sind ebenfalls vorgesehen

Ein Genussrecht begründet immer ein schuldrechtliches und kein gesellschaftsrechtliches Verhältnis .  Das Genussrecht wird im sog. Genussschein verbrieft und beinhaltet weder ein Stimmrecht noch sonstige gesellschaftsgleiche Mitgliedschaftsrechte am Unternehmen. Berechtigt das Genussrecht zu einem Anteil an Reingewinn, Firmenwert, stillen Reserven und am Liquidationserlös eines Unternehmens, liegt ein Substanzgenussrecht vor. Werden diese Merkmale nicht erfüllt, handelt es sich um ein obligatorisches (obligationenartiges) Genussrecht.

Qualifizierte (beteiligungsähnliche bzw. Substanzgenussrechte) Genussrechte gelten steuerlich als Beteiligung. Dementsprechend ist die laufende Gewinnbeteiligung auf Ebene der ausschüttenden Gesellschaft ertragsteuerlich nicht abzugsfähig. Bei einem Privatanleger sind die betreffenden Ausschüttungen mit 25% KESt/endbesteuert. Ein öffentliches Angebot der Genussrechte ist nicht notwendig.
Im Veräußerungsfall unterliegen die Veräußerungsgewinne aus beteiligungsähnlichen Genussrechten – als realisierte Wertsteigerungen iSd § 27 Abs 3 EStG – unabhängig von einer Behaltedauer und unabhängig vom Beteiligungsausmaß der Einkommensteuerpflicht. Veräußerungsgewinne werden mit dem Sondersteuersatz nach § 27a EStG (25%) besteuert. Eine KESt/Endbesteuerung kommt nur zum Tragen, wenn die betreffenden Anteile von einem inländischen Kreditinstitut verwaltet werden. Ein Veräußerungsverlust kann mit anderen sondersteuersatz- oder endbesteuerten Veräußerungsgewinnen (auch aus anderen Wertpapieren), und Zinsen aus Forderungswertpapieren sowie Dividenden verrechnet werden; ein Verlustausgleich ist mit Zinsen aus Bankeinlagen sowie Zuwendungen aus Privatstiftungen, weiters auch mit normalbesteuerten Einkünften aus Kapitalvermögen ausgeschlossen.

Ein Verlustvortrag ist nicht möglich.

Obligationenähnliche Genussrechte gelten ertragsteuerlich als Fremdkapital. Dementsprechend ist die laufende Gewinnbeteiligung ertragsteuerlich – nach Maßgabe der allgemeinen Voraussetzungen – als Betriebsausgabe (ähnlich wie bei Zinsen) zu qualifizieren.
Beim Privatanleger unterliegt die laufende Gewinnbeteiligung nur dann der KESt/Endbesteuerung, wenn die obligationenähnlichen Genussrechte verbrieft sind und öffentlich angeboten wurden. Liegen die angeführten Voraussetzungen nicht vor, erfolgt die Besteuerung im Veranlagungswege zum Normalsteuersatz. Dieselbe Systematik kommt für Veräußerungsgewinne zum Tragen: Der Sondersteuersatz bzw die KESt/Endbesteuerung kommt nur bei Verbriefung und öffentlichem Angebot zur Anwendung. Andernfalls werden Veräußerungsgewinne im Veranlagungsweg zum Normalsteuersatz erfasst. Veräußerungsverluste unterliegen dem allgemeinen „Box-System“ des § 27 EStG: Sondersteuersatzfähige Einkünfte können mit anderen KESt/endbesteuerten Einkünften (ausgenommen Zinsen aus Bankeinlagen und Zuwendungen aus Privatstiftungen) verrechnet werden. Normalbesteuerte Einkünfte nur mit (anderen) normalbesteuerten Einkünften aus Kapitalvermögen. Einen Verlustvortrag gibt es nicht.

Die Emission von Genussrechten unterliegt der Gesellschaftsteuer (1% der Einlage). Die Gesellschaftsteuer soll im Jahr 2016 abgeschafft werden.

 

Immobilien Crowdfunding in Europa (2)

Bei den Crowdfundingplattformen für Immobilienprojekte hinkt Europa den USA hinterher. Die wenigen Plattformen in diesem Bereich haben erst vor kurzem ihre Geschäftsaktivitäten aufgenommen oder sind noch in der Vorbereitungsphase.

Der Proof of Concept wurde jedoch auch in Europa bereits sowohl für donation based Crowdfundingkampagnen als auch für equity-based Kampagnen  schon erbracht.

Regionale Stadtentwicklung ist analog zu den USA auch in Europa ein Thema, dass Leute mobilisieren kann sich mittels eines finanziellen Beitrags zu engagieren auch wenn keine oder nur eine ideele Gegenleistung erfolgt.

Der Erfolg des engagierten Bürgeraufrufs „the more you donate, the longer the bridge“ mittels dem die Errichtung einer Fußgängerbrücke mitten in Rotterdam durch Spenden gelang (Projekt: I make Rotterdam), hat gezeigt  das Crowdfunding in Europa ebenso wie in den USA eine Möglichkeit zur Realisierung von Immobilienprojekten sein kann und braucht den Vergleich mit der Crowdfunding Kampagne für das Tesla Museum auf Indiegogo (Let´s Build a Goddam Tesla Museum) nicht zu scheuen. Hier wurde der Ankauf und Restaurierung der Experimentierräumlichkeiten des bekannten Erfinders Nikola Tesla zu einem Museum über die Crowd finanziert, die Alternative war der Umbau des Gebäudes zu einem Shopping Komplex. Die Kampagne war ein überwältigender Erfolg.

Vor allem aber werden Immobilienals Anlageobjekte gesehen, die zu regelmäßigen Einkünften und gegebenenfalls auch zu beträchtlichen Spekulationsgewinnen führen können. Die Errichtung von Publikumsgesellschaften rund um Immobilien war schon immer populär, wobei sich jedoch die Angebote der Projektentwicklungsgesellschaften rund um die steuerliche optimierten Bauherrenmodelle bis dato vor allem an Investoren der oberen Einkommensklassen richten – nur ab dem Erreichen der Spitzensteuersätze rechneten sich die hohen Transaktionskosten und der lange Investitionshorizont.

Immobilienfinanzierungen haben zusätzlich den Charme, dass mittels „gekonnter“ Projektfinanzierung ein vergleichsweise hoher Leverageeffekt erzielt werden kann. So kann mit relativ wenig von der Crowd zur Verfügung gestelltem Kapital mit Hilfe von Fremdkapital sehr viel bewegt werden.

In Deutschland können sich jetzt private Kapitalgeber seit Herbst 2012  auf der Plattform Kapitalfreunde.de bereits ab Beträgen von 250,- Euro an Immobilienprojekten beteiligen. Bis dato wurde ein Immobilienprojekt von Dr. Stehen Rothenberger, das Atelierhaus „Kleine Ritter“ in der Form eines Nachrangdarlehens  im Ausmaß von 67.750 Euro erfolgreich finanziert. Das gewährte Darlehen hat eine feste Laufzeit von vier Jahren und eine feste Verzinsung von sechs Prozent pro Jahr. Die gewährten Nachrangdarlehen sind grundbücherlich im 2. Rang nach der Bankfinanzierung eingetragen. Gründer der Plattform ist Michael Ullmann, der lange Jahre im Immobilienfinanzierungsbereich tätig war und nun den Community-Gedanken mit der Immobilienprojektentwicklung verbinden will. Sicherheiten, das das Projekt erfolgreich sein wird, gibt es allerdings keine – auf das Risiko eines Totalverlusts verweist die Plattform ganz bewusst. Das Kapital wird ausschließlich zur Erstellung des vorgestellten Projektes verwendet, das ein gesamtes Investitionsvolumen von Euro 1,3 Millionen umfasst. Das restliche Kapital wird durch Fremdkapital in Höhe von bis zu 850.000 Euro und Eigenkapital aufgebracht.

In UK gibt es die Plattform The HouseCrowd, die Anfang 2012 an den Start ging. In einem Interview mit crowdsourcing.org, gibt der Gründer Frazer Fearnhead folgende Informationen zu seiner Webseite: „We have to follow a fairly strict procedure in order not to fall foul of the Financial Markets and Services Act. The website acts as a platform to market the concept. People must join our investor group in order to receive specific information about an investment. We set up a separate company to purchase each property and can only send the information to 150 people who have expressed an interest in investing. Investors are investing in preference shares in the company that buys the property. We are typically buying them for around£60,000 including refurbishment costs and it usually takes about 7 – 10 days to raise the money each time. It then usually takes 2 – 3 months to buy, refurbish and let a property. Dividends are paid annually from rental profits with a minimum of 6 percent“. Property is a medium- to long-term investment and we expect most investors to stay with us until the house is sold. The main drawback with property investment is illiquidity, but by investing with the House Crowd, investors can sell their shares at any time (subject to being able to find a buyer) and we offer to buy them back [or]find them a buyer if they wish to sell. Typically, 20 investors per deal; average investment is £3,250. They receive 6 percent a year plus a 50 percent pro rated profit share upon sale. Or, option two is a straight 7.5 percent per year, no share in capital growth What’s the average time between a person investing and seeing a return on the investment?Dividends are paid out annually, so 12 months.

Den kritischen Erfolgspfad für seine Plattform sieht Frazer Fearnhead vor allem in der sorgfältigen Auswahl der Immobilienprojekte, auch er war jahrelang in der Immobilienbranche tätig.

In Frankreich steht die Plattform  Lymo.fr vor dem Start Jean-Baptiste Vayleux will sich mit seiner Plattform, die seit Februar 2013 auf dem Markt ist, auf Wohnimmobilien konzentrieren. Das Ziel ist eine jährliche Rendite von 10% für die Investoren zu erwirtschaften.

Für mich ist Immobiliencrowdfunding eines der heißesten Thema, mit Hilfe des Beteiligungsmodells durch partiarische Darlehen, ist in diesem Bereich wirklich viel möglich sein.