Bitcoin/Blockchain Unternehmen in der Schweiz!

Swiss FinTech Report
Swiss FinTech Report

Lt. einem aktuellen Bericht von Ernst & Young und der Swiss Finance + Technology Association (Swiss F&inTech Report 2016: The role of Switzerland as a FinTec Hub) fördert die Schweiz im Vergleich zu vielen anderen Volkswirtschaften Startups viel zu wenig. Dementsprechend wird lt. dem vorliegenden Bericht das Potenzial der Schweiz als europäischer FinTech Standort im Vergleich auch zu sonstigen europäischen Ländern nicht ausgeschöpft.

Interessanterweise deckt sich dieser Bericht nicht mit den Beobachtungen, die ich in den letzten Monaten und Wochen gemacht habe: in der Bitcoin/Blockchainszene ist nämlich die Schweiz sehr präsent – vor allem im Vergleich zu Berlin und Wien.

Speziell der Kanton Zug entwickelt sich tatsächlich immer mehr zum Crowd Valley: Hier sitzen u.a. das international agierende Bitcoin Unternehmen Monetas und Bitcoin Suisse, das ein Bitcoinautomatennetzwerk in der Schweiz aufgebaut hat.   Hier hat  auch die Ethereum Foundation  ihren juristischer Hauptsitz. Die Bedeutung,  die den Entwicklungen von Ethererum in der Blockchainökosphäe zugemessen wird, lässt sich wohl am besten am in den letzten Wochen massiv gestiegenen Kurses der Kryptowährung Ether ablesen: Auf über 200 Prozent beläuft sich das Plus, und die Marktkapitalisierung beträgt mittlerweile 200 Millionen. Damit liegt Ether bereits hinter Bitcoin auf Rang zwei der neuen digitalen Währungen. Das bekannte Wallet Unternehmen XAPO (gegründet von Wence Casares), das die Bitcoin-Bestände einiger der Silicon Valley VCs hortet, hat  nach dem Erlass der Bitlicence in den US ihren Sitz in die Schweiz verlegt.  Auch Shapeshift.io, gegründet von Eric Voorhees (auch Gründer von SathosiDice usw) und finanziert von Barry Silbert, ein weiteres bekanntes Kryptowährungsstartup,  ist in der Schweiz angesiedelt.

Mike Hearn – einer der bekanntesten Bitcoin Core Entwickler (jetzt R3)-  hat in seinem Züricher Büro seinen Blogpost: The resolution of the Bitcoin experiment (der in aller Munde war) Anfang Jänner 2016 geschrieben. Und hier sitzt auch die UBS, dessen CIO Oliver Bussmann  eine Vorreiterrolle im Bereich Blockchain-Technologie und Bitcoin übernommen hat. Stellvertretend dafür sein Tweet vom 17. September: «Die Blockchain und eine innovative UBS sind meine Passion.» Die UBS hat  eine eigene digitale Währung: Settlement Coin. Die Währung könnte helfen, Banken schneller miteinander ins Geschäft zu bringen. Transaktionen würden nicht mehr zentral verwaltet, sondern von einem Netzwerk kontrolliert. Der Unterschied zur Blockchain von Bitcoin: Die Transaktionslisten sind nicht öffentlich.

 

University of Cambridge/Ernst Young Studie zum Thema Crowdfunding

E&Y Crowdfunding
E&Y Studie zum Thema Crowdfunding

Vor einigen Tagen hat die Universität of Cambridge gemeinsam mit Ernst & Young eine Studie zum Thema Crowdfunding herausgegebracht, in der auf die Entwicklungen im alternativen Finanzierungsbereich in den letzten Jahren eingegangen wird.

Das Interessante dabei ist vor allem die offensichtliche Diskrepanz zwischen Grossbritannien und den restlichen europäischen Ländern. Der Unterschied ist sowohl in Beträgen als auch in der offensichtlichen positiven Vorgangsweise der Behörden des Landes immens. Das gesamte in Grossbritannien aufgebrachten Crowdfundingvolumen bis dato beträgt rund 3,5 Milliarden Euro (davon 2014: 2,3 Mio Euro) im Vergleich zu Deutschland von rund 236 Mio Euro (2014: 140 Mio Euro)  und Frankreich von 253 Mio Euro (2014: 154 Mio Euro).

Österreich weist laut Studie ein Volumen von 3,6 Mio Euro aus und liegt damit knapp vor den osteuropäischen Ländern. Pro Einwohner ergibt das einen Betrag von 0,4 pro Einwohner. Bei dieser Zahl dürfte jedoch nicht Modelle wie die grüne Erde, Staudinger usw. erfasst sein. Nur diese Modelle dürften in den anderen Ländern auch nicht erfasst sein – insofern ergibt sich wieder eine Vergleichbarkeit, die zum selben Ergebnis führt.

2014 Crowdfundingzahlen in Europa
2014 Zahlen Crowdfunding in Europe

Jener Bereich der in Grossbritannien und sicher auch bald in Deutschland durch die von rocket Internet betriebenen Crowdlendingplattformen ein großes Wachstum aufweisen sind Crowdlendingplattformen im p2p und bp2B Bereich und da tut sich in Österreich mit Ausnahme der Lendico.at (auch Rocket Internetstartup) nichts.

Lt. den gestrigen Aussagen bei der Private Equity Veranstaltung wird von der österreichischen Regierung ja eifrig an einem Gesetzesvorschlag gearbeitet, der dann das Potential des Crowdfundings auch in Österreich „erst so richtig ermöglichen wird“. Wir werden sehen…