Weifund: Dezentrales Crowdfunding 3.0 (Teil 2)

Am 12. September d.J. war ja Nick Dodson von WeiFund in Wien bei einem Ethereum Meetup. Ein sehr interessanter Abend. Nur einige Tage später wurde WeiFund zur innovativsten Blockchain Applikation auf der Internationalen Blockchain Woche in Shangai gewählt und hat die Beta-Version der Plattform gelauncht. Ein Grund um an meinen Artikel aus dem Juni d.J.: Weifund; dezentrales crwodfunding im WEb 3.0 anzuschließen und auf die Funktionsweise – wie Nick Dodson – es beim Ethereum Meetup erklärt hat, nochmals einzugehen.

Vorweg nochmals zur Klarstellung Bei WeiFund handelt es sich um eine  Open-Source, Blockchain 2.0-basierte Plattform aus dem Umfeld der Consensys Entwickler. Sämtliche Transaktionen laufen auf der Ethereum Blockchain. Die Smart Contrats der Weifund Verträge sehen Escrow-Lösungen vor und interagieren auch mit externen Token.  Weifund: Dezentrales Crowdfunding 3.0 (Teil 2) weiterlesen

Weifund: dezentrales Crowdfunding im Web 3.0

Blockchain
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Innerhalb der um das Ethereum-Startup Consensys entstandenen Entwicklerökosphäre arbeitet Nick Dodson seit  Monaten an einer neuen Form des Crowdfundings (Weifund.io)  als Teil des vom Ethereum-Projekt gesteckten Ziels der Entwicklung eines Web 3.0.   Beim Web 3.0 nach dem Ethereum Konzept handelt es sich um ein vollständig dezentrales Internet von Dapps (dezentralen Anwendungen) aufbauend auf der Ethereum Blockchain. Weifund.io soll die erste dezentrale Crowdfundinganwendung im Web 3.0 werden, die peer2peer Transaktionen dezentral – ohne Notwendigkeit der Nutzung von Crowdfundingplattformen als Mittelmänner – ermöglichen soll.  Weifund.io will diese Plattformen ersetzen  und mittels der Anwendung entsprechender Algorithmen und Smart Contracts (Programmierung!) können Gebühren massiv reduziert werden und Barrieren eliminiert werden.

For crowdfunding, the future will become so basic, simple, and clear, that this new philosophical paradigm will appear to materialize without much work at all. The bulk of the focus of business will shift from intermediaries to content creators, innovators, and a marketplace of participatory consumers (Nick Dodson).

Dieses dezentrale Crowdfunding von dem Dodson spricht, geht dabei weit über die Formen des Crowdfundings, wie wir sie momentan sowohl in den USA als auch in Europa sehen, hinaus und resultiert aus den neuen Möglichkeiten die aus der Kryptowährungstechnologien entstehen.

Mittels WeiFund können Benutzer  Crowdinvesting-Kampagnen ohne die traditionellen Hürden im Zusammenhang mit der Aktienemission und der Verwaltung der Eigentumsrechte durchführen.  Vereinfacht dargestellt ermöglichen sie es Start-ups an Geld zu kommen, indem sie ihre eigenen Tokens schaffen und diese verkaufen. Diese Tokens stellen Anteile an den Unternehmen dar und die Anleger profitieren an der Wertsteigerung dieser Anteile. Durch die implizit vorgesehene einfache Programmierbarkeit der in der Ethereum Blockchain vogesehenen Smart Contracts ist alles einfach programmierbar und damit auch automatisierbar: sowohl Treuhandsysteme, die Implementierung komplexer Tokensysteme (Generierung, Verwaltung usw) als auch die Erweiterung der Menge der verfügbaren Optionen für Investoren, Mitwirkenden und Kampagnenbetreiber. Abgesehen von der Programmierbarkeit löst WeiFund  durch die als Basis dienende Ethereumtechnologie (Blockchaintechnologie) das momentan unbestreitbar vorhandene Erfassungs- und Backofficeproblem vieler Plattformen (selbst Kickstarter und Indiegogo arbeiten bis dato noch mit Excel-Tabellen). Ganz zu schweigen vom Bezahlprozess, der viele Crowdfundingplattformen sowohl in den USA als auch in Europa  vor Probleme stellt und der  – teils auch aus regulatorischen Gründen – nicht entsprechend der digitalen Möglichkeiten erfolgt.

WeiFund and similar decentralized crowdfunding platforms will leverage the inherent nature of smart contracts to open the front door of this technology. From here, we can begin to discuss what future we want to build for ourselves. While decentralized crowdfunding may at first only address a niche in consumer or organization market demand, it is possible that with increasing market demand, WeiFund or similar services could become the new standard for contractual crowdfunding. (Nick Dodson)

Das Thema des Sekundärmarktes wird ebenso adressiert wie das Thema der Datensicherheit (Kryptographie).

Wir stehen auch hier erst am Beginn einer Entwicklung mit noch wenigen Erfolgsbeispielen: So haben sich sowohl  Swarm als auch Koinify (beide dezentralen Crowdfundingplattformen basierten auf der Bitcointechnologie)  in den letzten Monaten in eine andere Richtung entwickelt.   Eine weitere blockchainorientierte Crowdfundingplattform ist Blocktrust, auf dieser Plattform wurde bis dato nur ein Crowdfundingprojekt durchgeführt.  Diese dezentrale Crowdfundingplattform hat anhand von Multi-Signature wallets und der stufenweise (je nach Projektfortschritt) automatisierten Freigabe der Finanzierungsmittel aufgezeigt,  welche Szenarien zum Schutz der Investoren  der Einsatz von  Blockchaintechnologie ermöglichen würde.  Aber auch dieses Projekt ist offensichtlich eingestellt worden (die Webseite ist jedenfalls nicht mehr erreichbar).  Lighthouse entwickelt von Mike Hearn – einem sehr bekannten Bitcoin Core Entwickler (inzwischen ist er Mitarbeiter von R3)  – basiert ebenfalls auf der Bitcoin Blockchaintechnologie ging 2015 in Beta. Diese Software ist technisch für den User viel weniger komplex und daher einfacher zu nutzen, eine Lighthouse Wallet kann genutzt werden um einerseits als Unterstützer tätig zu werden aber auch um eigene Crowdfundingkampagnen zu starten.  Der Nachteil ist das diese Software viel weniger Funktionen hat und nur Bitcoin als Zahlungsmittel anwendet.

Noch scheint die Möglichkeit digitale Aktien (oder eben Tokens) durch Nutzung einer Crowdfundingsoftware bei einer Equity Crowdfundingkampagne ausgeben und in der Folge auch online handeln zu können, alleine aus regulatorischen Gründen illusorisch. Berücksichtigt man jedoch das Ende Dezember 2015 die SEC einem US Startup (unter der Leitung des bekannten Blockchainprotagonisten Patrick Byrne)  bereits die Genehmigung erteilt hat Wertpapiere mittels der Blockchain auszugeben und zu handeln, scheint die Fiktion Realität werden zu können. Jedenfalls ein spannendes Projekt..